«An einem schönen Tag ist es herrlich hier oben», sagt Christian aus Gelterkinden. Er und seine Frau Heidy haben sich erstmals in diesem Jahr die Langlaufski angeschnallt. Christian ist voll des Lobes für die Loipen auf der rund 1000 Meter hohen Waldweid zwischen Waldenburg und Reigoldswil: «Sie sind immer super präpariert.» Dafür verantwortlich ist Daniel Schläpfer.

Der 54-jährige Bautechniker und Landwirt aus Eptingen setzt sich seit vier Jahren – ehrenamtlich – in den Pisten-Bully. Ein Modell, das noch aus dem letzten Jahrtausend stammen muss. Gebrauchsspuren finden sich überall. Die Decke der Fahrerkabine scheint sich langsam aber sicher aufzulösen. Ungeachtet dessen lässt Schläpfer den Bully über die Hügel des Naherholungsgebietes Wasserfallen-Passwang knattern, hantiert routiniert an den Steuerknüppeln.

Vorletzte Woche legte er die erste Loipe der Saison auf die Waldweid. Mitten durch dicken Nebel. «Ich bin einfach nach Gefühl gefahren», erzählt Schläpfer, «es ist besser herausgekommen, als ich zuerst gedacht habe.» Zwei Loipen sind es eigentlich, die er betreut. Die obere wird Panoramaloipe (2,5 km) genannt. In der Ferne sind deutlich die Alpen zu erkennen. Die untere Loipe ist die Michi-Vogt-Loipe (1 km). Sie trägt den Namen von Daniel Schläpfers viel zu früh verstorbenem Vorgänger.

Am besten nachts präparieren

Wirklich viele Langläuferinnen und Langläufer nutzen das Angebot auf der Waldweid nicht. Insgesamt vielleicht 100 mutmasst Schläpfer. Regen Verkehr gibt es dennoch. Skiwanderer ziehen über die Hügel, viele Spaziergänger, sogar ein Mountainbiker müht sich durch den in der Sonne glitzernden Schnee. Am Rand der Panoramaloipe baut ein Hobby-Inuk sein Iglu. Daniel Schläpfer wünscht sich, dass die vielen Naturliebhaber nicht in der Loipe gehen, sondern am Rand daneben. Gerade wenn die Piste weich sei, würden Löcher entstehen.

Das wollen auch Heidy und Christian nicht. Ihnen ist an der nahen Loipe gelegen. «Warum soll ich in den Schwarzwald fahren, wenn ich fast vor der Haustür eine Loipe finde?», fragt Heidy. «Mindestens eine Stunde Autofahrt muss man einberechnen für eine Autofahrt ins nächste Skigebiet», ergänzt Christian, «ohne Stau.»

«Am besten präpariert man die Piste nachts, dann hat sie Zeit, sich zu verfestigen», sagt Daniel Schläpfer. Er ist dann mit einer Stirnlampe unterwegs. «Oder es ist Vollmond, dann braucht man nicht mal diese.» Mit dem Pisten-Bully zieht er jeweils eine Loipe für die Skater und zwei für jene, die den klassischen Stil pflegen.

Schläpfer, der selbst Rennen wie den Wasalauf in den Beinen hat, sagt über die Loipen auf der Waldweid, sie seien natürlich nicht zu vergleichen mit jenen im Engadin oder Goms. «Aber wir haben in unmittelbarer Nähe eine Trainingsloipe, auf der jede Technik trainiert werden kann.» Er versuche die Loipe optimal ins Gelände zu legen, damit die Läufer nicht in eine Schräge laufen. Auch eine lange Gerade fehlt nicht, neben all den Kurven und Schlaufen. «Viele, welche die Loipe nutzen, kommen, um vor dem Engadin Skimarathon die nötigen Kilometer zu machen», sagt Schläpfer. Auch er selbst nutzt die Loipe oft.

Heidy und Christian nehmen die nächste Runde auf der Panoramaloipe in Angriff. Daniel Schläpfer rufen sie zu: «Danke für deinen Einsatz.»