Der Doppelspurausbau der Tramlinie 10 im Leimental zwischen Ettingen und Flüh wird 2013 beginnen und planmässig Ende 2014 abgeschlossen sein. Ziel des Ausbaus ist ein 7,5-Minuten-Takt von Dornach bis Flüh; die Strecke Flüh–Rodersdorf wird beim 15-Minuten-Takt bleiben. Wie der Baselbieter Regierungsrat gestern mitteilte, hat der Bund nun seine Beteiligung zugesagt und wird ein Drittel der rund 28 Millionen Franken Gesamtkosten ohne Mehrwertsteuer übernehmen. Dem Kanton Baselland bleibt damit ein Anteil in Höhe von 16,5 Millionen Franken, die er nun dem Landrat beantragen wird.

Doppelspur nur da, wo sie nötig ist

Laut Axel Mühlemann vom Kantonalen Tiefbauamt handelt es sich bei der Ausbaustrecke um rund 2,4 Kilometer Gleis, die verdoppelt werden müssen. Dabei gehe der Kanton so kostensparend wie möglich vor und baue tatsächlich nur die Strecken, die laut den Simulationen notwendig für den 7,5-Minuten-Takt seien. Es gibt deshalb zwei Abschnitte, jeweils zwischen den Haltestellen Sonnenrain und Witterswil sowie Bättwil und Flüh, die einspurig bleiben werden.

Der Bund müsse sich am Ausbau finanziell beteiligen, weil die Tramlinie 10 als Überlandstrecke unter das Eisenbahngesetz falle. Der ursprünglich vorgesehene Baustart im vergangenen Jahr hätte allerdings nur stattfinden können, wenn die Kantone Baselland und Solothurn die Kosten alleine übernommen hätten. Laut Andreas Windlinger, Sprecher des Bundesamtes für Verkehr, hatte 2011/2012 die Substanzerhaltung der Strecke Priorität; erst jetzt seien die nötigen Gelder für den Ausbau vorhanden.

Wichtig für hinteres Leimental

Ettingens Gemeindepräsident Kurt Züllig und der Hofstetten-Flüher ÖV-Deligierte Werner Klaus zeigen sich sehr erleichtert von der Mitteilung und betonen beide, wie wichtig die Tramlinie 10 für das hintere Leimental sei, das keine andere Verbindung zur Stadt habe. «Äusserst erfreut» ist auch BLT-Chef Andreas Büttiker: «Wir haben sehr stark gekämpft, um zu zeigen, welchen Nutzen der Doppelspurausbau bringen wird.» Das sei durch den Einsatz vieler Politiker auf Kantons- und Bundesebene aller Parteien möglich geworden, erinnert Büttiker und nennt namentlich die Baselbieter Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter, den Solothurner Ständerat Pirmin Bischof sowie die Baselbieter Regierungsrätin Sabine Pegoraro.

Auch Büttiker betont, wie wichtig die Tramlinie für die 60000 Menschen des Leimentals sei: Im mittleren und hinteren Leimental habe es viel Wachstumspotenzial für Gewerbe und Wohnen. Und auch Basel profitiere, wenn weniger Leute mit dem Auto in die Stadt führen.

«Ausbau kostet nur 10 Millionen»

Ein wesentliches Argument sei aber auch die Tatsache gewesen, dass die BLT die Gleisabschnitte, die nun ausgebaut werden, in zwei bis drei Jahren sowieso hätte sanieren müssen. Das hätte laut Büttiker 17 Millionen gekostet: «Die Doppelspur kostet also nur 10 Millionen Franken mehr.» Büttiker rechnet auch damit, dass der 7,5-Minuten-Takt mehr Fahrgäste anziehen wird, dabei aber keine zusätzliche Tramzüge oder Fahrer gegenüber dem jetzigen 15-Minuten-Takt vonnöten seien: «Bisher stehen die Trams nur in Ettingen und warten.»

Die Hauptphase des Baus beginnt laut Büttiker erst 2014, weil nächstes Jahr in den Sommerferien das Reinacher Dorfzentrum saniert werde und die BLT so lange einen Schienenersatz einrichten müsse. Die BLT wird Bauherrin des Projekts sein, in Abstimmung mit den beiden Kantonen.