Der Baselbieter Regierungsrat Anton Lauber (CVP) ist bekannt für seine gute Laune. Nach dem Entscheid der Aargauer Regierung, beim Bau eines Bundesasylzentrums nicht Hand bieten zu wollen, platzte ihm am Freitag aber der Kragen. «Dieses Verhalten entspricht nicht dem regionalen Gedanken», sagt der Direktionsvorsteher, der für das Asylwesen zuständig ist, auf Anfrage.

Die Asylregion Nordwestschweiz sei als Ganzes vom Bund verpflichtet, eine Lösung zu finden. «Es ist für jeden Kanton schwierig, einen Standort zu finden. Da ist es natürlich kein gutes Zeichen, wenn sich ein Kanton einfach ganz aus dem Suchprozess rausnimmt», führt Lauber aus.

Mit der Neustrukturierung des Asylbereichs werden Asylverfahren künftig in grossen Zentren abgewickelt, um sie zu beschleunigen. Solothurn und Basel decken in ihren künftigen Zentren 600 Plätze ab. In der Asylregion Nordwestschweiz fehlt somit ein Zentrum mit 240 Plätzen.
De facto hat der Rückzug der Aargauer zur Folge, dass im Baselbiet ein Bundesasylzentrum gebaut werden muss. Doch Lauber findet: «Baselland lässt sich nicht unter Druck setzen.»

Dass der Aargau den Entscheid zudem «rein monetär» begründe, hält er für «abenteuerlich». Denn: Es gehe hier darum, den Bundesauftrag als Asylregion zu erfüllen und genügend Asylplätze zu schaffen.

Die Suche nach einem Standort wird der Landkanton unabhängig vom Entscheid der Aargauer weiterführen. Baselland sperre sich nicht, sagt Lauber – man sei bisher aber nicht fündig geworden. Der Prozess dauert nun schon länger und zeigt, dass die Suche auch im Landkanton schwierig sein dürfte. Bereits 2014 sollte in Hölstein ein Bundesasylzentrum gebaut werden, ein Jahr später in Liestal. Doch beide Projekte scheiterten an Widerständen.

Noch ehe definitiv feststeht, dass das neue Bundesasylzentrum im Baselbiet gebaut werden muss, will Lauber das Gespräch mit den Aargauern suchen. Dies gemeinsam mit Solothurn, Basel-Stadt und dem Staatssekretariat für Migration.