Auf den ebenfalls neuen Konkurrenten Farnsburger Bier angesprochen, meinte der Verwaltungsrat, dass es im Landkanton genügend Platz für beide gebe. Viel wichtiger, als sich zu bekämpfen, sei es, im Baselbiet wieder «eine eigene Bierkultur mit einheimischen Produkten einzuführen».

An der Gründerversammlung vom vergangenen Freitag waren 200 der 500 Aktionäre anwesend. Sie schossen zusammen 200000 Franken in das neue Bierunternehmen ein. Die Aktien werden ohne Agio zum Nominalwert von 100 Franken angeboten. Grössere Aktienpakete gibt es keine. Weder die Gründer noch einzelne Gruppen haben eine Mehrheit. So entstand eine richtige Publikumsgesellschaft, die ihre Dividende in Gerstensaft ausschütten wird.

Gespannt hörte das Publikum den Ausführungen der beiden Initianten der Baselbieter Bier AG, Michael Hägler und Niklaus Niederhauser zu. Apple-Gründer Steve Jobs startete sein Unternehmen in einer Garage. Die beiden Baselbieter Brauer begannen zu Hause, im Keller und in der Waschküche. Familie, Verwaltungsrat und Freunde halfen tatkräftig mit, um der jungen Firma auf die Beine zu helfen.

Umbauarbeiten beginnen

Im Waldenburgertal fand man unter Mithilfe der Standortförderung Waldenburgertal im Innovationszentrum geeignete Lokalitäten. Im Sommer beginnen die Umbauarbeiten, und im dritten Quartal startet der erste Braugang. Die Produktionsabwärme wird zurückgewonnen und in weiteren Produktionsschritten und bei der Reinigung wieder verwendet. So werden Umwelt und Finanzen gleichzeitig geschont.

Neben den Aktionären als Hauptkunden werden auch die Gastronomie und Festveranstaltungen beliefert. Mit verschiedenen Anlässen während dem Umbau und der Installation der Brauanlage will man die Geldgeber regelmässig über den Fortschritt informieren. Angestossen wird in der Zwischenzeit mit dem Baselbieter Investitionsbier, das von einem befreundeten Brauer und Aktionär bezogen wird.

Nach der Übernahme der einzigen regionalen Brauerei Ziegelhof durch Eichhof möchte die neue Firma mit jährlich 2400 Hektolitern dazu beitragen, die entstandene Lücke wieder zu füllen. Sie will aber nicht nur Bier verkaufen, sondern dem Konsumenten die Region Baselbiet näherbringen und ihm ein Stück Heimat vermitteln. Dieses ambitiöse Ziel soll mit regionalen Anlässen und der Förderung von Traditionen und Brauchtum gefördert werden. Erste Reaktionen aus dem Publikum sind durchwegs positiv. Die Aktionäre finden das Investitionsbier «gut und süffig».