Seit einigen Jahren zieht eine weltweite Zombie-Manie die Film- und Videospiel-Industrie und ihre Fans in ihren Bann. Grossstädte von New York bis Jerusalem werden in Kinofilmen wie «World War Z» und Videospielen wie «The Last of Us» zu Schlachtfeldern, wo Menschen gegen Untote kämpfen und alles in Schutt und Asche gelegt wird.

Auch der Kanton Baselland wird nun dank eines Basler Gamedesigners zum Schlachtfeld des Zombie-Apocalypse-Spiels «DayZ», das vier Wochen nach seiner Veröffentlichung im Dezember 2013 schon über eine Million Nutzer verzeichnen konnte.

«Momo», wie der Basler Spielentwickler sich im Internet nennt, hat gemäss diversen Internet-Foren und «20Minuten» während zweieinhalb Jahren Freiwilligenarbeit eine Spielkarte konstruiert, die dem Terrain des Bergs Napf im Kanton Bern nachempfunden ist.

Verteilt auf dieser Karte namens «Napf Island» sind verschiedene Gemeinden des Baselbiets, wie zum Beispiel Liestal, Seltisberg, Muttenz oder Münchenstein. Die virtuellen Schauplätze sind zwar benannt nach den Gemeinden, jedoch sind sie gestalterisch keineswegs den Originalen ähnlich.

Der Wegweiser in «DayZ» zeigt den Weg nach Seltisberg. Screenshot «DayZ»

Der Wegweiser in «DayZ» zeigt den Weg nach Seltisberg. Screenshot «DayZ»

Riesiger Aufwand

Der zeitliche Aufwand für den Basler Entwickler war immens. Er begann im August 2011 mit dem Kreieren der Karte und veröffentlichte sein Werk im Frühjahr 2014. Für einzelne Ortschaften wie die fiktiv geschaffene «Chatzbach» arbeitete der Einzelkämpfer durchgehend während eines Tags und einer Nacht. Zusätzlich programmierte er drei Flughäfen, einen Staudamm und weitere Schweizer Ortschaften wie Luzern, Worb und Lenzburg. Dem nicht genug, baute der findige Entwickler aus Basel noch den Brienzersee in sein Werk ein.

Aber die Arbeit hat sich für «Momo» ausbezahlt, denn die «Map» – wie eine virtuelle Karte in der Gamer-Gemeinde bezeichnet wird – findet grossen Anklang unter den Spielern von «DayZ». Aufgebaut ist das Spiel nach den Regeln eines Open World Games, bei dem der Spieler sich in einer virtuellen Welt frei bewegen kann, ohne dass er von einem Spielablauf (Drehbuch) eingeschränkt wird. Der Nutzer entscheidet selbst, welches Gebiet er erforschen will und welche Handlungen er bevorzugt.

Ein eigentliches Ziel gibt es in diesem ausschliesslich online verfügbaren Computerspiel nicht, denn es handelt sich um ein «Survival Game», bei dem es nur um das nackte Überleben geht. Hilfsmittel wie Nahrung, Medikamente und Waffen, die in der ganzen Karte auffindbar sind, helfen dabei, die eigene Existenz und etwaige Mitstreiter zu sichern.

Schon am Veröffentlichungstag spielte «DayZ» umgerechnet über fünf Millionen Franken ein und konnte nach einer Stunde über 19'000 Nutzer verzeichnen. 1,7 Millionen Menschen sind aktuell beim neusten Zombie-Spiel angemeldet. Aufgrund des grossen Erfolgs kündigte der Hersteller weitere Versionen für Spielkonsolen wie die Playstation 4 an.