Dies sagte bei der Pressekonferenz vom Donnerstag der Autoverkäufer Christoph Keigel, Präsident der kürzlich gegründeten IG «Rheinstrasse vernünftig» mit mittlerweile 30 Mitgliedern aus Industrie und Gewerbe in Füllinsdorf, Frenkendorf und Liestal.

Ein Ziel - unterschiedliche Motivation

Keigel unterstellte dem Kanton ein «seltsames Demokratieverständnis», weil die Gewerbetreibenden nicht von Anfang an in die Planungen einbezogen worden waren und die Frist für die Stellungnahmen viel zu kurz gewesen sei: «Wir werden uns aber zu wehren wissen.» Den Rechtsweg schloss Keigel explizit nicht aus, sollten die Änderungen am Projekt nicht in ihrem Sinne ausfallen. Laut IG sind insgesamt 200 Gewerbetreibende von der «Ertüchtigung» der Rheinstrasse betroffen: 60 als direkte Anlieger, 40 in den nördlichen Industrie- und Gewerbegebieten sowie weitere 100 in den innerdörflichen Querstrassen.

Während der gestrigen Veranstaltung wurde klar, dass die Gewerbetreibenden dasselbe Ziel haben, die Motivation für ihren Widerstand aber unterschiedlich ist. Die produzierenden Unternehmen in den Gewerbegebieten, vertreten durch Holzhändler Fritz Schaffner, fürchten vor allem den Stau, der sich durch die «künstlichen Nadelöhre» bei den Kreiseln und dem Schöntalplatz bis zur jetzigen McDonald’s-Kreuzung ausdehnen könnte. Die Situation würde sich im Vergleich zu heute also nicht verbessern.

Unterstützung durch Gemeinderat

Unternehmer wie Keigel, die ihren Laden direkt an der Rheinstrasse haben, fürchten vor allem um die Laufkundschaft. «Die Tankstellen können zumachen, wenn kaum mehr Durchgangsverkehr durch die Rheinstrasse fliesst», erklärt er. Allerdings kann er auch auf Nachfrage nicht wirklich den Widerspruch auflösen, dass er einerseits den Durchgangsverkehr im H2-Tunnel möchte, sich andererseits aber immer noch Durchgangsverkehr auf der Rheinstrasse wünscht.

Der Dritte im Bunde der IG-Repräsentanten ist der Frenkendörfer FDP-Gemeinderat und Präsident der KMU Frenkendorf-Füllinsdorf, Martin Wolf. Für ihn ist die Rheinstrasse das «eigentliche Gewerbe- und Industriegebiet von Frenkendorf und Füllinsdorf». Entsprechend unterstellt er dem Kanton, Arbeitsplätze und vor allem zukünftige Investitionen der Gewerbetreibenden aufs Spiel zu setzen.

Städtebauliche Illusion

Wolf ist bewusst, dass der Gesamtgemeinderat die Planvorlage für gut befunden hat; dies sei aber auch nur mit Auflagen an die Leistungsfähigkeit der Rheinstrasse passiert. Aus Respekt vor den Entscheiden der Kollektivbehörde wollte er nicht sagen, welche anderen Gemeinderäte mit ihm gegen die Planungen sind. Er versicherte jedoch: «Ich bin nicht allein.»

Besonders ist den Gewerblern der Schöntalplatz ein Dorn im Auge: Für Schaffner ist er eine städtebauliche «Illusion», weil er sich ausserhalb der Ortszentren befinde; und Wolf prophezeit, dass der geplante Kiosk mangels Kundschaft nicht lebensfähig sein wird. Ein positiver Ansatz aus Sicht der Gewerbler ist allerdings die durchgängige Linksabbiegerspur.