Es ist ein bitteres Ende einer 20-jährigen Erfolgsgeschichte. Während zweier Jahrzehnte setzte sich die Stiftung Werkteam Hölstein für Randständige ein; nun muss sie auf Ende Februar aus finanziellen Gründen ihre Geschäftstätigkeit aufgeben.

Die Stiftung Werkteam kann sich nicht mehr leisten, für die wenigen von den Gemeinden zugewiesenen Sozialhilfeempfänger die ganze Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Die fixen Kosten sind zu hoch.

Chance nicht erkannt

Die Vizepräsidentin des Stiftungsrats, Hildy Haas, zeigte sich an der gestrigen Medienorientierung sichtlich betroffen: «Es tut uns leid für das Team, das sich hier mit grosser Flexibilität für das Unternehmen eingesetzt hat.» Sie sei betroffen, da sie nun keine Alternativen für die vom Werkteam Betreuten sehe und gleichzeitig wisse, wie wichtig eine solche Umgebung für diese Menschen sei. «Vor allem tut es uns für das obere Baselbiet leid, welches eine einmalige und zukunftsweisende Chance für seine Sozialhilfeabhängigen nicht erkannt und nicht genutzt hat», kritisierte Haas.

Auch Geschäftsführer Urs Burri war die Enttäuschung anzusehen: «Es ist bitter, dass wir nach so vielen Jahren aufgeben müssen.» Der Schritt sei auch deshalb sehr schmerzhaft, da die Gemeinden sowie das kantonale Sozialamt stets bestätigten, dass die Unternehmung für den Kanton und die Region sehr wertvoll sei. «Während all dieser Jahre konnten wir durchschnittlich über 25 Prozent aller Erwerbslosen wieder im ersten Arbeitsmarkt platzieren, was über dem Schweizer Durchschnitt liegt», betont Burri.

Fehlende Rahmenverträge

Begonnen hat das Elend vor rund drei Jahren. Das kantonale Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Kiga) änderte die Rahmenverträge, welche dem Werkteam jährlich 19 Teilnehmer zusicherten. «Die Stiftung Werkteam Hölstein verzichtete in Zukunft auf einen Rahmenvertrag, weshalb jährlich immer weniger Teilnehmende in unser Programm gelangten», erklärt Burri.

Hinzu kam, dass mit den Sozialhilfebehörden ebenfalls keine Rahmenverträge erstellt werden konnten. Einzelzuweisungen waren die Folge. Als dann das Geld für den Ausbau in eine selbsttragende Sozialfirma nicht aufgetrieben werden konnte und Gespräche mit gemeinnützigen Organisationen ohne Erfolg blieben, sah sich der Stiftungsrat gezwungen, die Geschäftstätigkeit aufzugeben.