Es ist seit Jahren ein kontroverses Thema in der Region: Besonders im Baselbiet sorgen die unausgeglichenen Sozialhilfeausgaben für Ärger bei den betroffenen Gemeinden. Diese lancierten 2016 die Gemeinde-Initiative, die fordert, dass künftig 70 Prozent der Nettosozialhilfekosten auf alle Gemeinden verteilt werden. Nun liegen neue Gegenvorschläge vor, eine definitive Lösung gibt es noch nicht.

Die bz wagt den Vergleich und untersucht die Sozialhilfequoten aus dem Jahr 2016. Die aktuellen Zahlen für das Jahr 2017 wurden vom statistischen Amt Baselland zwar eben veröffentlicht, jedoch nicht auf Gemeindeebene.

Wo in der Region gibt es am wenigsten Personen, die auf Unterstützung angewiesen sind? Weshalb ziehen die Betroffenen vor allem in Städte? Und wie stehen die Vertreter der privilegierteren Gemeinden einem Sozialhilfeausgleich gegenüber?

Das bz-Rating zeigt: Je teurer das Leben in der Gemeinde, desto niedriger ist die Sozialhilfequote. Das wird in erster Linie beim Wohnraum deutlich. Derweil die Wohnungspreise in kleinen, ländlichen Gemeinden häufig besonders hoch sind, gibt es in städtischen Gegenden auch günstige Angebote.

Auch andere Umstände sind zentral, wie Sebastian Helmy, Leiter des Baselbieter Sozialamts, erklärt. So seien Faktoren wie Erreichbarkeit, Anonymität und Zentrumsnähe essenziell.

Obwohl die Quote im Baselbiet seit Jahren ansteigt, zieht Helmy auch eine positive Bilanz: «Die Bezugsdauer ist sehr kurz. In der Hälfte der Fälle sind die Betroffenen für weniger als zwei Jahre auf Unterstützung angewiesen.» Die durchschnittliche Sozialhilfequote der untersuchten Gemeinden ist denn auch nicht besonders hoch. Mit 2,5 Prozent liegt sie unter dem nationalen Durchschnitt von 3,3 Prozent.