Dass im Süden der Stadt aber nicht alle an einem Strick ziehen, wurde spätestens letzten Herbst klar. Das ansässige Gewerbe fühlte sich vom Planungsprozess ausgeschlossen und von den Behörden sowie der Christoph-Merian-Stiftung (CMS) als Grundeigentümerin nicht ernst genommen.

Gestern veröffentlichten die Kantone Basel-Stadt und Baselland, die Gemeinde Münchenstein und die CMS eine gemeinsame Medienmitteilung mit dem Titel «Die Dreispitzplanung wird sorgfältig justiert». Auf den für ein Mediencommuniqué unüblich langen eineinhalb Seiten ist in der Sache nichts Neues zu erfahren.

Die Kommunikationsoffensive macht aber klar: Die Planungsverantwortlichen wollen zeigen, dass sie alles im Griff haben. Axel Schubert, Projektkoordinator beim Basler Planungsamt, gibt denn auch offen zu, dass man keine Neuigkeiten mitzuteilen habe. Aber: «Wir sind am Erarbeiten von Lösungen.» Aus Basel sind rund 20 Einsprachen gegen die Pläne auf dem Dreispitz hängig – laut CMS-Sprecher Toni Schürmann sind das für ein Projekt dieser Grössenordnung wenig. «Ich bin zuversichtlich, dass wir bei jeder dieser Einsprachen eine Lösung finden», sagt er.

Positionen weit auseinander

Bei der IG-Dreispitz, welche die Interessen des Gewerbes bündelt, stösst diese Aussage auf Stirnrunzeln. «Ich höre das und das freut uns», sagt Hubertus Ludwig von der IG-Dreispitz, «aber jetzt müssen wir es auch noch fühlen.» Von der Medienmitteilung, wonach die Planungsarbeiten auf gutem Weg sind, weiss er jedenfalls nichts. «Medienmässig ist uns die CMS meilenweit voraus», meint Ludwig diplomatisch korrekt, deutet aber gleichzeitig an, dass er von der PR-Charmeoffensive der Planungsverantwortlichen wenig hält. Es sei reiner Zweckoptimismus. In wirtschaftsnahen Kreisen teilt man diese Meinung. Hinter vorgehaltener Hand heisst es, das sei das typische Vorgehen des Kantons: «So will er gegen aussen zeigen, dass er auf die Kritiker zugeht. Von seiner Haltung rückt er deswegen aber nicht ab.»

Und tatsächlich: Bei der geplanten, sogenannten Ausnutzungsziffer – einem Hauptstreitpunkt – sind die Positionen fundamental verschieden. Die Behörden und die CMS sehen für die neuen Gebäude auf dem Dreispitz-Areal eine durchschnittliche Höhe von 1,8 Stockwerken vor. Die IG-Dreispitz will davon nichts wissen. «Bis jetzt gibt es keine solche Limitierung. So wird das Gewerbe in die Ecke gedrängt.» In ihrem Positionspapier zur Nutzungsplanung des Dreispitz-Areals wird eine solche Festlegung denn auch konsequent abgelehnt.

Der Basler Kantonsbaumeister Fritz Schumacher verteidigt die vorgesehene Durchschnittshöhe aber vehement: «Die Grundfläche des Areals beträgt 500000 Quadratmeter. Wir planen eine Nutzungsfläche von 800000 Quadratmetern. Das ist sehr viel.» Man müsse bedenken, dass es auf dem Dreispitz keine Allmend gebe und somit gewisse Flächen so oder so nicht bebaut werden, erklärt Schumacher weiter.

Für Hubertus Ludwig ist deshalb klar: «Ich gehe davon aus, dass es eine sehr heikle Angelegenheit wird», denn: «Es wird zwar gesagt, dass man auf das Gewerbe Rücksicht nimmt. Wir haben aber den gegenteiligen Eindruck.» Bis im Februar will das Gewerbe dem Kanton seinerseits seine Vorstellungen präsentieren.

Das zeigt: Vom harmonischen Bild, das der Kanton zeichnet, ist man auf dem Dreispitz noch weit entfernt. Fortsetzung folgt in dieser Angelegenheit bestimmt.