Diese Rechnung geht nicht auf: Während die einen jährlich 90 000 Franken einsparen, müssten die anderen rund 110 000 Franken drauflegen. Von der vom Landrat im Februar beschlossenen Umstellung der drei letzten Kurspaare des Läufelfingerlis am Abend auf Busbetrieb profitiert nur das Baselbiet. Für den Kanton Solothurn, in dem ein kurzer Teil der Zugstrecke liegt, entstehen deutliche Mehrkosten. Deshalb hat er dem Nachbarkanton mitgeteilt, dass er den Entscheid des Baselbieter Parlaments aus wirtschaftlichen Gründen ablehnt. Auch im Jahr 2017 wird die Regionallinie S9 deshalb stündlich zwischen Sissach und Olten verkehren.

Solothurn ist Mitbesteller der interkantonalen Strecke und übernimmt 21 Prozent der Kantonskosten an das Läufelfingerli. Aufgrund dieser Tatsache wäre der Landratsbeschluss nur umgesetzt worden, hätte auch der Kanton Solothurn einer Umstellung zugestimmt. «Unsere erwarteten, hohen Mehrkosten sind Resultat einer Offerte, die wir für ein Busangebot zwischen Läufelfingen und Olten eingeholt haben», sagt der Solothurner Verkehrsplaner Daniel Schwarz zum Grund für den negativen Bescheid. Für den Fahrplan 2017 habe der Baselbieter Landrat nämlich bloss die Einführung eines Busbetriebs im Kantonsgebiet zwischen Sissach und Läufelfingen beschlossen. Das Schlussstück bis nach Olten befindet sich wiederum im Kanton Solothurn, weshalb dieser für die Kosten des dortigen Bahnersatzes aufkommen muss.

Solothurn muss Segen geben

Ab dem Jahr 2018 plant der Kanton Baselland sogar, das Läufelfingerli ganz aufzuheben und ganztäglich durch Busse zu ersetzen. Die Umstellung ist Teil des achten Generellen Leistungsauftrags für den öffentlichen Verkehr für die Jahre 2018 bis 2021, der sich derzeit in der Vernehmlassung befindet. Der Baselbieter Regierungsrat möchte durch die Einführung eines Busbetriebs 750 000 Franken einsparen. «Wir haben uns zu diesem Schritt entschieden, weil der Kostendeckungsgrad des Läufelfingerlis durchschnittlich 20 Prozent beträgt», erklärt Dieter Leutwyler, Leiter Kommunikation bei der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion. In den Abendstunden sei der Kostendeckungsgrad noch tiefer.

Auch bei der vollständigen Umstellung auf Busbetrieb muss der Kanton Solothurn seinen Segen geben, damit sie realisiert werden kann. Zustimmen werde man hier ebenfalls nur, wenn für seinen Kanton keine Mehrkosten resultieren, hält der Solothurner Verkehrsplaner Daniel Schwarz fest. «Nach derzeitigem Stand gehen wir aber davon aus, dass sich die Kosten nicht erhöhen werden», sagt er. So soll es möglich sein, einige Busse der bestehenden Buslinie 506 von Olten nach Wisen zu verwenden. Mehr zu den Kosten könne er erst sagen, wenn nach der Vernehmlassung und einem positiven Entscheid des Landrats eine Offerte vorliege. Die Kantone Baselland und Solothurn seien gemeinsam dafür zuständig, diese einzuholen. Auch die Kosten für die Busse würden sie sich anteilsmässig teilen.

Eine Mischlösung wäre möglich

Für den Läufelfinger Gemeindepräsidenten Dieter Forter handelt es sich bei der Beibehaltung der letzten drei Kurspaare um «eine super Nachricht», wie er erklärt. Für die Bewohner seines Dorfes sei eine völlige Aufhebung des Läufelfingerlis überhaupt nicht denkbar, sagt er. Dass der Regionalzug zumindest bis Ende 2017 weiter fährt, bezeichnet er deshalb lediglich als einen Etappensieg.

«Nichtsdestotrotz sind wir offen für optimierte Lösungen», sagt Forter. Er könne sich vorstellen, dass zu den Hauptverkehrszeiten das Läufelfingerli und zu den Randzeiten ein Bus fährt.