Am der Eingangstür des Landpostmuseums Schwarzbubenland hängt noch immer ein Foto von Erich Blom. Der Gründer ist auch vier Jahre nach seinem Ableben in der kleinen Einrichtung an der Hauptstrasse in Fehren allgegenwärtig. Auf dem Dachboden seines ehemaligen Wohnhauses, wo die reichhaltige Sammlung untergebracht ist, wurde nichts verändert. Alles sieht genauso aus, wie es der langjährige Pöstler des Dorfes im Thierstein hinterlassen hat.

Staub hat sich seither auf den Objekten keiner angesammelt, die Spinnen sind nicht eingezogen. Jede Woche putzt Alda Blom das mit viel Sorgfalt eingerichtete Museum. Damit hält die 77-Jährige das Lebenswerk ihres verstorbenen Mannes sauber und sorgt dafür, dass es weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich ist. Sie übernimmt mittlerweile auch Führungen, obwohl sie betont, dass sie lange nicht so viel über die Gegenstände wisse wie der Museumsinitiator. «Erich konnte zu jedem einzelnen Stück eine Geschichte erzählen», erinnert sie sich. Was unter anderem daran liegt, dass er die Postutensilien über die Jahre sukzessive zusammentrug.

Begonnen hatte er damit bereits in den Achtzigerjahren, als er selbst noch Briefe und Pakete verteilte. Nach der Pensionierung wurde die Sammlung immer grösser. Im Jahr 2002 öffnete das Landpostmuseum Schwarzbubenland erstmals seine Türen.

Hundert Posthüte aus aller Welt

Wie damals ist heute ein Besuch nur nach Vereinbarung möglich. «Es würde sich nicht lohnen, das Museum immer zu öffnen», erklärt Alda Blom. Rund einmal pro Monat melden sich Personen bei ihr, die einen Rundgang machen möchten. Häufig seien es Gruppen aus der Agglomeration, welche in Fehren in die Vergangenheit des Schweizerischen Postwesens eintauchen wollen. Sehen können sie auf dem Estrich zahlreiche Objekte, die schon lange nicht mehr gebräuchlich sind. Alte Postvelos stehen gleich neben grauen Uniformen, die früher von Briefträgern getragen wurden. Ein Fahrplan aus den Fünfzigerjahren zeigt, dass einst lediglich sieben Postautos pro Tag von Laufen nach Nunningen fuhren.

In einer Vitrine befindet sich das Herzstück des Museums, mit dem die Sammlung ihren Anfang nahm. Fein säuberlich aneinandergereiht sind mehr als hundert Posthüte aus der ganzen Welt. Die exotischsten Modelle stammen aus Ländern wie dem Jemen und Zimbabwe. «Es handelt sich um die grösste Anzahl von postalischen Kopfbedeckungen in der Schweiz», sagt Alda Blom nicht ohne Stolz. Ihr Gatte habe zuerst den Weltpostverein angefragt, der ihm dann Adressen aus allen Erdteilen zusandte. «Diese hat er angeschrieben und nach und nach immer mehr Hüte erhalten.»

Aber auch Verwandte und Bekannte brachten Erich Blom von Reisen aus dem Ausland oft künftige Ausstellungsstücke mit. Ein nach Florida ausgewanderter Fehrner schickte regelmässig amerikanische Modell-Postwagen in die Heimat. Sie fanden ebenso ihren Weg in die Sammlung wie die unzähligen Stempel, von denen einige in Fehren gebraucht wurden.

Im Nachbargebäude des Museums war während langer Zeit die Poststelle untergebracht, in der Alda Blom die Kunden am Schalter bediente. Währendessen sass ihr Ehemann auf dem Töffli und fuhr damit von Haus zu Haus. Selbstverständlich ist auch das Moped, mit dem der Pöstler während Jahrzehnten bei Wind und Wetter unterwegs war, im Landpostmuseum Schwarzbubenland ausgestellt.

Sammlung soll zusammenbleiben

Das Postamt in Fehren existiert seit fünfzehn Jahren nicht mehr. Kurz nachdem Briefträger Erich Blom in Pension ging, wurde es aufgelöst. Das Museum, das die Geschichte der Post in ländlichen Regionen für die Nachwelt festhalten soll, besteht jedoch fort. Wenn es nach Alda Blom geht, soll das auch in Zukunft so bleiben. «Momentan bin ich noch in der Lage, selbstständig die Treppen auf den Dachboden hochzusteigen», sagt sie.

Erst kürzlich habe sie mit ihren beiden Kindern über die Zeit gesprochen, wenn das nicht mehr möglich ist. «Mein Sohn hat sich während unserer Diskussion bereit erklärt, dereinst durch das Museum zu führen». Die ganze Familie hänge sehr an den Gegenständen, weshalb es ihr schwerfalle, sich davon zu trennen. «Trotzdem wäre es beruhigend, wenn da jemand wäre, der im Fall der Fälle die komplette Sammlung übernehmen würde.» Am besten einer, dem die Post genauso viel bedeute wie Erich.