Das Publikum traut seinen Augen nicht, als aus dem zweisitzigen Doppeldecker eine Dame steigt und auf das Flugzeug klettert. Mit 150 Stundenkilometern fliegt Friederich Walentin über das Flugfeld, derweil die Wing-Walkerin Peggy Krainz sich mit einem Arm am Flugzeug hält und mit dem andern den Gästen zuwinkt. Dabei sind die Tragflächen mit Stoff bespannt, sodass Krainz vorsichtig sein muss, wo sie ihren Fuss absetzt.

Es kommt aber noch besser, die Zuschauer halten die Luft an: Die aus dem Jahr 1942 stammende Boeingmaschine Stearman E 75 macht einen Looping - und die Stuntfrau bleibt wie angeklebt stehen. Nur mit Handzeichen können sich der Pilot und die Wing-Walkerin verständigen, das setzt grosses Vertrauen voraus. Einzig bei der Landung zieht sich die österreichische Powerlady wieder auf den Hintersitz zurück, die grasige und unebene Piste würde sie wahrscheinlich recht durchschütteln.

Fast unerträglich laute Hornisse

«Setzen Sie die unentgeltlichen Gehörschutzpfropfen ein und bringen Sie Hunde und Kleinkinder in Deckung», lässt sich der Speaker verlauten. Einige Minuten später donnert der F/A-18C-Hornet der schweizerischen Luftwaffe über die Köpfe. Der Lärm ist kaum auszuhalten, das ganze Laufental erzittert. Elegant zieht er seine Runden, steigt über dem Publikum senkrecht in die Höhe und lässt sich wieder fallen. Mit Feldstechern und Teleobjektiven verfolgen die Fans den Flieger, der mit einem Höllentempo davonbraust.

Beschaulicher aber nicht minder aufregend erscheint ein Gleitschirmflieger am glasklaren Himmel. Plötzlich beginnt er sich wie eine Spirale zu drehen, mal vorwärts, mal rückwärts, als würde er gerade abstürzen. Seine Figuren kommentiert der Gleitschirm-Pilot Chrigel Maurer via Funk auf den Lautsprecher gleich selbst. Grosser Applaus, als Maurer mitten auf dem Flugfeld landet. Anschliessend gibt er ein Interview, und dann muss er antraben zum Autogramm-Set.

Leicht und leise

Sanft und leicht schwebt ein Kuriosum, ein sogenannter Gyrokopter, daher. Die nur 450 Kilogramm schwere Maschine ist weder Heli noch Flugzeug. Angetrieben wird sie durch einen am Heck montierten Propeller. Gleichzeitig hat sie einen Helirotor, der nur durch den Fahrtwind angetrieben wird. Als Beobachtungsflugzeug mit geringer Geschwindigkeit wurde es im Krieg eingesetzt, heute ist es Liebhaberobjekt.

«Gleich erscheint die Schönste am Himmel, ihr Sound ist vom Feinsten», ertönt es begeistert aus dem Lautsprecher. Sogar ihre Gerüche lassen das Aviatikherz höher schlagen: Die viermotorige Super Constellation erscheint am Horizont, tausendmal klickt es auf dem Flugfeld. 1950 als Langstreckenflugzeug gedacht und 850 Mal gebaut, wurde die «Super Connie» als Militär- und Materialtransportmaschine eingesetzt. Der von Lockheed gebaute Himmelsvogel hat vier 18-Zylinder-Doppelsternmotoren, die leider sehr reparaturanfällig sind.

Was wäre eine Flugshow ohne Patrouille Suisse? Pünktlich donnern die sechs roten Tiger F-5E über die liebliche Dittinger Landschaft. In einer Höhe von 2000 Metern zeichnen die Maschinen mit einer Geschwindigkeit von 700 Stundenkilometern herrliche Nebelbilder in den Himmel. Wie der Staffelkommandant Daniel Hösli den Befehl zu einem Rauchherzen gibt, lässt sich am Lautsprecher mit zackigen Befehlen gleich selbst vernehmen.