Wie auf Nadeln sass am Montagnachmittag Liestals Stadtpräsident Lukas Ott und wartete auf den erlösenden Bescheid aus Bern. Der Baselbieter Sicherheitsdirektor Isaac Reber fuhr am Montag sogar extra in die Bundesstadt zum Ortstermin im Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Wirkliche Sorge, dass Verteidigungsminister Ueli Maurer an der Medienorientierung am Dienstagmorgen um 8.30 Uhr Knall auf Fall die Schliessung der Kaserne Liestal und die Aufhebung der Baselbieter Waffenplätze verkünden könnte, hatten zwar weder der Grüne Stadtpräsident noch sein Parteikollege im Regierungsrat.

Aber schliesslich weiss man ja nie. Darum wollten auch beide so früh wie möglich über das neue Stationierungskonzept der Schweizer Armee informiert werden, das der Bundesrat am Montag verabschiedete und am Dienstagvormittag der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Die Frage, welche Waffenplätze den Sparanstrengungen des VBS zum Opfer fallen müssen, beschäftigte in den vergangenen Monaten beinahe alle Kasernenstandorte in der Schweiz. Dass Liestal als einziger, zudem erst kürzlich sanierter Waffenplatz nördlich des Juras innerhalb der Armee unbestritten ist, hat selbst Armeechef André Blattmann schon mehrmals betont und zuletzt Schulkommandant Oberst Thomas Schneider vergangene Woche aufs Neue bestätigt. Ob sich auch der Bundesrat dieser Meinung anschloss, blieb am Montag noch unter Verschluss. Doch Ott erwartete nur schon deshalb einen positiven Entscheid, «weil andernfalls das VBS schon längst auf uns zugekommen wäre, um alternative Szenarien zu entwickeln».

Eine solche Vorwarnung ist aber bisher laut dem Liestaler Stadtpräsidenten «völlig ausgeblieben». Darum besitzt die Stadt Liestal auch keinen Plan B für den Fall, dass das Undenkbare doch eintreffen sollte und der Bund die Kaserne dicht machen will; also etwa eine entspreche Entwicklungsstudie für das Kasernenareal. «Mehr als brainstormartige Gedanken hat sich der Stadtrat zu dieser Frage noch nicht gemacht», bestätigt Ott.