Guy Morins Wunsch ist in Erfüllung gegangen: Das Schicksal des Naturhistorischen Museums Basel ist besiegelt. Die Basler Regierung hat gestern den Grundsatzentscheid gefällt, dass das Museum aus dem Berri-Bau an der Augustinergasse 2 raus und ein neues Domizil erhalten soll.

Dies aus räumlichen und betrieblichen Gründen. Bis nächstes Jahr werden mögliche neue Standorte evaluiert. Fest steht dabei, dass die Heuwaage für das Naturhistorische Museum definitiv nicht mehr – wie einst vorgesehen – infrage kommt. Dort soll, vorausgesetzt, das Parlament stimmt der Zonenplanänderung zu, der Zolli mit seinem Ozeanarium-Projekt den Vorzug erhalten.

Ein Umzug des Museums ist frühestens in 10 bis 15 Jahren möglich. «Das ist eine grosszügige Planung. Je schneller es geht, desto besser», räumt Regierungspräsident Guy Morin ein. Für ihn steht als möglicher Standort nach wie vor das Dreispitz-Areal im Vordergrund.

«Eine Option ist auch das Gebiet rund um den Bahnhof St. Johann. Es werden alle Möglichkeiten geprüft – viele gibt es in Basel ja nicht», sagt Morin. Groben Schätzungen zufolge koste ein Museumsbau rund 80 Millionen Franken.

Sanierung für 24 Millionen

Grund, warum die Regierung das Naturhistorische Museum aus dem Rennen um den Standort Heuwaage nimmt: «Es macht keinen Sinn, beide Projekte gegeneinander auszuspielen», erklärt Morin. Der Zolli könne schlecht an einem anderen Ort ausbauen, das Naturhistorische Museum hingegen sei nicht an die Heuwaage gebunden.

Morin will denn auch nicht warten, bis sich herausstellt, ob das Ozeanarium mit Haien und Riesenkraken tatsächlich dort realisierbar ist. «Das würde die Planungen des Museums blockieren. Wir möchten vorwärtsmachen.»

Unabhängig vom Standortentscheid müssen im Naturhistorischen Museum möglichst bald neue Präparatorien und Werkstätte erstellt werden. Denn die bisherigen Einrichtungen entsprechen nicht mehr den Hygiene- und Sicherheitsvorschriften. Auch sonst gebe es dringenden Sanierungsbedarf, wie Morin weiter sagt.

Laut dem Regierungspräsidenten kosten diese Arbeiten, die zum Teil schon ausgeführt wurden, insgesamt 24 Millionen Franken. Davon entfallen neu 9,5 Millionen im Budget 2011 auf die Werkstätte und Präparatorien. Ausgeführt werden sollen die Arbeiten so, dass sie auch einer späteren Nachnutzung des Berri-Baus dienen.

Zolli und Museum zufrieden

Christian Meyer, Direktor des Naturhistorischen Museums, ist über den Regierungsentscheid erleichtert. «Ich bin froh darüber – wir haben auf diesen Entscheid hingearbeitet.» Mit dem Standort Dreispitz könnte er sich anfreunden: «In 10 bis 15 Jahren ist das Quartier gut erschlossen. Ich finde das Dreispitz-Areal spannend.»

Die Standortfrage sei zwar auch wichtig. Viel wichtiger ist laut Meyer jedoch, dass das Museum seine neuen Visionen umsetzen kann.

Auch Zolli-Verwaltungsratspräsidentin Elisabeth Simonius strahlt: «Wir sind über den Entscheid sehr dankbar, er macht uns Mut. Zumal wir mit unserem Projekt nicht woanders hin können.» Die Sache sei aber erst überstanden, wenn auch der Grosse Rat grünes Licht gegeben habe. «Dann werden wir sofort mit der Detailplanung des Ozeanariums beginnen», meint Simonius.