Zugegeben: Die aktuelle Wetterlage macht einem ziemlich zu schaffen. Immer wieder prasseln sintflutartige Regenfälle vom Himmel, Frühlingsgefühle kommen dabei kaum auf. Ungewöhnlich sind die Wassermassen für diese Jahreszeit aber nicht, wie SRF-Meteorologe Christoph Siegrist weiss: «Es ist zu beachten, dass der Mai zusammen mit Juni und Juli zu den nassesten Monaten des Jahres gehört.»

Die Daten von SRF Meteo zeigen ausserdem, dass nicht das gesamte Baselbiet gleich stark von den Niederschlägen betroffen war. Am meisten Regen gab es im Gebiet um Langenbruck mit 53.5 mm. «Das ist zwar recht viel, aber nicht aussergewöhnlich», berichtet Siegrist. In Basel und Binningen wurden in den letzten 72 Stunden 29.5 mm Niederschlag gemessen, in Birsfelden lediglich 7.6 mm. Siegrist: «Die jeweiligen Mengen entsprechen zwischen 30 und 50 Prozent des Niederschlags, der sonst in einem ganzen Monat Mai fällt.» So fallen beispielsweise in Binningen in einem durchschnittlichen Monat 98 mm Wasser.

Pilze bedrohen Erdbeeren

Andreas Gruber arbeitet beim Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain und kennt die Auswirkungen solcher Wetterverhältnisse auf die Landwirtschaft: «Grundsätzlich kann man sagen, dass der Regen sehr wichtig für die Natur war, da lange Zeit trockene Verhältnisse herrschten.» Somit sei der Nutzen momentan grösser als der Schaden. Dennoch kann das Wetter problematisch werden, wie Gruber berichtet. Gerade Erdbeeren leiden am ehesten unter den aktuellen Wetterbedingungen.

Thomas Wiesner, Besitzer des Wiesner Beeriland in Bottmingen, bestätigt Grubers Vermutung: «Innerhalb einer Woche, sprich seit letztem Mittwoch, hatten wir auf dem Bruderholz rund 110 Liter Niederschlag pro Quadratzentimeter.» Die Böden können nicht mehr alles schlucken, was nicht sehr fördernd für Erdbeeren und Spargeln ist. So könne die Feuchtigkeit in Kombination mit Temperaturen um die 17 Grad dazu führen, dass sich Pilze unerwünscht ausbreiten. Wiesner erklärt: «Wenn es also in nächster Zeit nicht abtrocknet, können durchaus Einbussen in der Ernte entstehen.»

Wiesner räumt ein, dass der Regen zwar wichtig gewesen sei, jedoch die Regenmenge nicht optimal verteilt war: «Vorher war es zu trocken, nun ist es zu nass. So ist die Natur. Wir können das nicht beeinflussen.» Trotzdem bleibt der Beeriland-Betreiber positiv: «Es ist aber noch nichts verloren.»