Gestern überreichten die Regierungsräte Adrian Ballmer und Jörg Krähenbühl gemeinsam mit der Bottminger Gemeindepräsidentin Anne Merkhofer-Häni dem jungen Wirtepaar symbolisch den Schlüssel zu den historischen Gemäuern. «Wir sind sehr stolz darauf, dass wir dieses traditionsreiche Haus führen dürfen», sagte Steffen. Sie würden das Restaurant mit der gleichen Qualität weiterführen wie ihre Vorgänger.

Bevor es die Thunerin Steffen und Picquenot, der aus Monaco stammt, nach Bottmingen verschlug, waren sie in Gastronomiebetrieben rund um den Globus tätig. Picquenot hat in Mexiko und seine Partnerin in Ägypten gearbeitet, und gemeinsam waren sie in Thailand, auf Mauritius und in Gstaad tätig.

Auf die Frage, ob es eine Umstellung sei, nach sonnigen Feriendestinationen nach Bottmingen zu kommen, antwortet die neue Geschäftsführerin: «Wir arbeiten gern und sind auch bisher nicht braun geworden. Wir sind immer dorthin gegangen, wo uns das Konzept gefallen hat.» Sie hätten sich sofort in das Schloss Bottmingen verliebt, denn es sei ein besonderer historischer Ort. «Bei unserer Tätigkeit im Ausland haben wir die europäische Geschichte sehr vermisst», sagt sie. Die beiden sind Ende Januar nach Bottmingen gezogen und seien sehr herzlich empfangen worden.

Seit jeher das Wahrzeichen

Anne Merkhofer-Häni erinnerte die Gäste, dass das Schloss seit jeher das Wahrzeichen Bottmingens sei. Sie erwähnte einen Ritter, der laut Überlieferungen gewaltsam gestorben sei und seither als Geist im Schlossgarten herumgaloppiere. «Ich hoffe nicht, dass die neue Gartenanlage durch die Ausritte des Ritters wieder zerstört wird», scherzte sie.

Für Adrian Ballmer ist das Schloss Bottmingen von historischer Bedeutung, wie er in seiner Ansprache verriet. Vor elf Jahren habe ihm sein Vorgänger Hans Fünfschilling in einer Sommernacht auf der Schlossbrücke die Büroschlüssel übergeben. Ballmer zeigte sich überzeugt, dass die neuen Geschäftsführer dem namhaften Restaurant zu neuen Sternstunden verhelfen würden. Jörg Krähenbühl erinnerte an die Rolle der Denkmalpflege für das Schloss, denn jegliche Eingriffe müssten mit ihr abgestimmt werden. «Bevor die Brücken unter der Last der Restaurant- und Hochzeitsgäste unversehens zusammenbrechen, musste sie das Hochbauamt unlängst ersetzen, denkmalpflegerisch verträglich natürlich.»

Die Vorgänger sind 40 Jahre dem Schloss treu gewesen. Haben das die neuen Pächter auch vor? «Sag niemals nie», lächelten die beiden, «wir möchten so lange wie möglich bleiben.» Ihr Ziel sei, dass die Gäste sich bei ihnen wohl fühlen und die neuen Schlossgeister gut in Erinnerung behalten.