Die Aufgabe der Findungskommission gleicht der Quadratur des Kreises. Der neue SP-Chef soll «mit Herzblut dabei sein», wie Kommissionsmitglied und SP-Sekretärin Lisa Mathys sagt. Er soll «sich in der kantonalen Politik gut auskennen und gut vernetzt sein», wie Kommissionspräsidentin Regula Meschberger ergänzt. Und Meschberger erwartet auch, dass er innere Spannungen ausgleichen kann und «nur gegen aussen polarisiert».

Am besten ist, wenn auch keine Bedingung, dass es eine Frau ist. Und wenn es doch ein Mann sein soll, muss er sich für die Frauenrechte starkmachen. Die richtige Knacknuss dürfte aber der grosse Aufwand sein, den der Gesuchte betreiben muss. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin des im Oktober zurücktretenden Martin Rüegg muss bereit sein, wöchentlich bis zehn Termine wahrzunehmen und einen symbolischen Betrag von nur 3000 Franken zu kassieren – jährlich.

Zwölf Anfragen wurden verschickt

Einmal hat die Findungskommission bisher getagt. Sie setzt sich aus Generalsekretär Ruedi Brassel, Landrätin Regula Meschberger, den Geschäftsleitungsmitgliedern Jan Fässler, Simone Abt und David Meier sowie Lisa Mathys zusammen. In der ersten Sitzung einigten sie sich auf das weitere Vorgehen und den Zeitplan. Zunächst sind die Sektionspräsidenten aufgerufen, valable Kandidaten anzugehen. Zudem hat die Findungskommission zwölf Direktanfragen an Politiker geschickt, die für das Amt infrage kommen.

Ein Grossteil der Angefragten politisiert auf Gemeindeebene, wie Meschberger einräumt. «Im Landrat sind wir schliesslich etwas dünn besetzt.» Sie weiss, dass sich die Suche schwierig gestalten wird. «Ich bin zwar überzeugt, dass es in unserer Partei genug qualifizierte Leute gibt», sagt sie, die vor Rüegg selber das Amt innehatte. «Das Problem ist aber der Aufwand, den dieser Job mit sich bringt. Es braucht sorgfältige Überzeugungsarbeit.»

Die meisten sagen ab

Bei vielen Kandidaten und Kandidatinnen scheint indes nicht mal eine gute Überzeugungsarbeit erfolgversprechend zu sein. Bianca Maag etwa, die von der Findungskommission angefragt wurde, sieht sich «momentan eher nicht als Parteipräsidentin». Die Reinacher Gemeinderätin und Landrätin fürchtet, sie hätte dann für nichts anderes mehr Zeit als für Politik.

Andere aussichtsreiche Kandidaten haben ebenfalls schon in der Öffentlichkeit abgesagt – darunter die Liestaler Stadträtin Regula Nebiker, Fraktionspräsidentin Kathrin Schweizer oder Ruedi Brassel. Ebenfalls kein Interesse hat Landrat Hannes Schweizer. Der 60-Jährige sieht sich schlicht nicht als die richtige Person. «Gesucht ist jemand Junges, am liebsten eine Frau. Und diese beiden Bedingungen erfülle ich definitiv nicht», sagt Schweizer mit einem Lachen.

Der Sissacher Landrat Stefan Zemp immerhin, der in der ersten Anfragerunde von der Findungskommission nicht berücksichtigt wurde, äussert vages Interesse. «Zutrauen würde ichs mir schon – aber vordrängen will ich mich nicht. Schliesslich habe ich erst noch die Lehrlingssporen abzuverdienen», sagt Zemp, der seit zwei Jahren im Parlament sitzt. «Aber wenn die Chance kommen sollte, warum nicht?»

Womöglich kommt sie schneller, als ihm lieb ist. Bis Mitte August will Meschberger die möglichen Kandidaten beisammen haben. Und es ist nicht anzunehmen, dass bis dann der Supermann – beziehungsweise die Superfrau – an ihrer Tür klopft.