Das sind die Top- und Flop-Gemeinden des Kantons – zumindest auf dem Papier. Denn manche von ihnen bringen ihre Asylbewerber einfach ausserhalb der Gemeindegrenze unter, was die Daten des Kantons etwas verfälscht.

Lukas Ott war einer der stärksten Verfechter einer Offenlegung der Asylquoten der Baselbieter Gemeinden. Nachdem diese nun publiziert wurden, äussert der Liestaler Stadtpräsident heftige Kritik am Kanton Baselland.

Lukas Ott ist Stadtpräsident von Liestal und einer der stärksten Verfechter der einer Offenlegung der Asylquoten der Baselbieter Gemeinden.

Lukas Ott ist Stadtpräsident von Liestal und einer der stärksten Verfechter der einer Offenlegung der Asylquoten der Baselbieter Gemeinden.

Lukas Ott, der Kanton machte gestern die Asylzahlen öffentlich. Sind Sie zufrieden?

Lukas Ott: Selbstverständlich begrüsse ich den Entscheid der Regierung, die Zahlen offenzulegen. Die Transparenz war nötig, um beurteilen zu können, ob eine Gleichbehandlung der Gemeinden stattfindet. Wenn man die veröffentlichten Zahlen betrachtet, muss man jedoch konstatieren, dass sich meine Befürchtungen bewahrheitet haben.

Was haben Sie befürchtet?

Die Gemeinden werden ungleich behandelt, obwohl die gesetzlichen Pflichten für alle dieselben sind. Die Gemeinden müssen sich darauf verlassen können, dass die Zuteilung durch den Kanton korrekt vorgenommen wird. Anhand der Zahlen muss ich feststellen, dass dies nicht geschieht und deshalb kein Ausgleich stattfindet.

Was verlangen Sie vom Kanton Baselland?

Ich erwarte, dass der Kanton seine Verantwortung wahrnimmt und die Asylbewerberinnen und Asylbewerber gesetzeskonform den Gemeinden zuweist. Es ist mir bewusst, dass die Baselbieter Gemeinden unterschiedliche Voraussetzungen haben, um den erforderlichen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Vor allem kleinere Gemeinden haben diesbezüglich oftmals erhebliche Schwierigkeiten. Deshalb sind hier ganz klar Ausgleichsmechanismen nötig.

Was stellen Sie sich genau vor?

Wenn es dem Kanton nicht gelingt, durch die Zuweisung der Asylbewerber einen Ausgleich zwischen den Gemeinden herzustellen, müssen die Gemeinden untereinander dafür sorgen oder dazu veranlasst werden. Es braucht ein substanzielles Entgegenkommen des Kantons und der Gemeinden, welche durchweg die Vorgaben nicht erfüllen, um einen Ausgleich zu erreichen.

Welcher Bezirk und welche Gemeinde wie viele Asylbewerber aufnehmen (müssten), lässt sich dieser Tabelle entnehmen.