Der Konflikt zwischen der Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (RGPK) und dem Gemeinderat dauert an. Ein Einigungsgespräch, das der Rechtsdienst des Regierungsrats geleitet hatte, brachte keinen Konsens. Dies schreibt der Zunzger Gemeinderat in der «Büchel-Zytig», dem offiziellen Publikationsorgan der Gemeinde. Nun muss die Baselbieter Regierung über die Beschwerde zweier RGPK-Mitglieder entscheiden und ein Machtwort sprechen.

Eine lange Geschichte

Der Streit der beiden Zunzger Behörden schwelt seit längerer Zeit – er hat in der 2500-Seelen-Gemeinde schon fast Tradition. Beschwerden beider Parteien haben schon früher die Regierung beschäftigt. Statt zu entscheiden, führte die Regierung unter dem damaligen Finanzdirektor Adrian Ballmer ein erstes Einigungsgespräch durch, das jedoch ergebnislos verlief. Ballmer appellierte dabei an RGPK und Gemeinderat, sich zusammenzuraufen.

Doch davon ist man in Zunzgen weiterhin meilenweit entfernt. Die neueste Beschwerde von RGPK-Präsidentin Heidi Fässler und Kommissionsmitglied Michael Schiener richtet sich gegen die Ersatzwahl zweier RGPK-Mitglieder, die an der Gemeindeversammlung vom 5. Dezember 2013 erfolgt ist. Die Wahl brachte jedoch kein Resultat, weil sich niemand zur Verfügung gestellt hatte (die bz berichtete). Fässler und Schiener verneinen ihren Rücktritt aus der RGPK. Sie hätten nicht schriftlich demissioniert, weshalb eine Ersatzwahl gar nicht erst hätte durchgeführt werden dürfen.

Die Zunzger Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission müsste aus fünf Mitgliedern bestehen. Derzeit sind aber zwei Sitze vakant. Solange die Regierung über die Beschwerde von Heidi Fässler und Michael Schiener nicht entschieden hat, gehören die beiden offiziell noch der RGPK an. Sollte die Beschwerde abgelehnt werden, bestünde die Kommission bloss noch aus einer Person.