Der Wegfall der Abendfahrten des BLT-Busses von Therwil nach Biel-Benken betraf besonders auch das Quartier Lindenfeld. Um die Angebotslücke zu schliessen, reichte bei der letzten Budgetgemeindeversammlung Regula Petermann (SP) einen Budgetantrag ein, dass ein Ruftaxi in Therwil zirkulieren solle.

«Wir haben uns bei den Nachbargemeinden, die bereits ein Ruftaxi haben, erkundigt, was es dazu braucht», schildert Gemeindeverwalter Theo Kim die ersten Schritte. Dazu gehörten auch eine Kostenabschätzung und die Einholung einer Konzession beim Kanton. Alles lief rund, sodass das Therwiler Ruftaxi beim Basler Morgestraich erstmals unterwegs war.

Zunächst nur als Pilotversuch

«Das Ruftaxi betreiben wir als einjährigen Pilotversuch. Im Herbst nehmen wir eine Auswertung vor.» Dazu gehörten die Gesamtzahl der Fahrgäste und die Aufteilung nach Altersgruppe und Geschlecht. «Anders als in den anderen Gemeinden wollen wir auch die angefahrenen Fahrziele ermitteln.»

Mit dem Binninger Taxiunternehmen Kopp hat man ein Unternehmen mit dem Pilotversuch beauftragt, das über langjährige Erfahrungen mit dem Ruftaxi in Binningen, Bottmingen und Oberwil verfügt. «Wenn sich der Pilotversuch bewährt, dann werden wir den Auftrag ausschreiben», versichert Theo Kim.

Zwei Franken für Jugendliche

Kim freut es, wie auch Regula Petermann, dass das Ruftaxi bereits nach kurzer Vorbereitungszeit in Therwil unterwegs ist. «Benutzt werden kann es für die Fahrt vom Domizil zur Bushaltestelle beim Bahnhöfli und umgekehrt. Nicht zulässig sind Fahrten über den Therwiler Bann hinaus, aber auch Fahrten innerhalb Therwils von einer Adresse zu einer anderen», erklärt der Gemeindeverwalter die Spielregeln. Eine Fahrt kostet für Erwachsene vier Franken und für Jugendliche zwei Franken.

Den Betrieb entschädigt die Gemeinde mit einem Fixbetrag pro geleistete Stunde. Umgekehrt kauft der Ruftaxibetreiber die Tickets bei der Gemeinde, um sie an die Kundschaft für die bezogene Fahrt zu verkaufen. Im Winterhalbjahr fährt das Ruftaxi von 19 Uhr bis zu Betriebsschluss der BLT und im Sommerhalbjahr ab 22 Uhr bis zum Betriebsschluss.

«Die Nachfrage wird steigen»

André Kopp freut sich, dass seine Firma in Therwil den Pilotversuch fahren kann. «In den ersten zweieinhalb Wochen zählten wir 99 Frauen, 53 Männer, 39 junge Frauen und 17 junge Männer. Nach einem Monat werden wir rund 350 Fahrgäste befördert haben», schätzt der Taxiunternehmer.

Die Zahlen sind im Vergleich etwa zu Oberwil, wo das Ruftaxi fest verankert ist, noch tief. «Die Nachfrage wird steigen», ist er überzeugt. «Mit der Zeit ergibt sich ein fester Kundenstamm, weshalb der Chauffeur, den der Kunde über 0617219999 direkt erreichen kann, wichtig ist. Für uns als Unternehmen ist das eine gute Sache.» Attraktiv ist es auch für die Gemeinden, wie der Oberwiler Gemeinderat Hanspeter Ryser bestätigt. «Das Ruftaxi ist besonders für die Aussenquartiere ein Bedürfnis. Das Oberwiler Ruftaxi ist ganzjährig unterwegs und transportierte im vergangenen Jahr über 7000 Fahrgäste. Dabei kam es nur zu einer Reklamation.»