Discos und Tanzabende sind nichts Neues für die Kantonshauptstadt. Offenbar aber mangelt es in der weiteren Umgebung immer mehr an Möglichkeiten, das Tanzbein zu schwingen, weshalb zum Beispiel das Eventlokal Modus dieses Jahr die Reihe Tanzmanie lanciert hat – immer am ersten Samstag in den Monaten mit einem «r» im Namen. «Das Bedürfnis ist da. Damit füllen wir ein Vakuum in der Region», sagt Ben Samo.

An der Tanzmanie angesagt sind Standardtänze. Abgedeckt wird die ganze Palette von Salsa über Discofox bis Swing. Das Spezielle daran: Zwischen 20 und 21 Uhr geben erfahrene Tanzlehrerinnen und -lehrer Crash-Kurse. Interessierte können so Grundschritte kennenlernen oder ihre Künste auffrischen. Dies ist im Eintrittspreis inbegriffen. Die Tanzmanie kommt gut an. Laut Samo verliefen die ersten drei Abende sehr gut. «Es kamen vor allem begeisterte Paare. Es waren weniger Anfänger, als Leute, die sonst wohl auf dem Tanzparkett in Tanzschulen anzutreffen sind.»

Drei in einem

Die Tanz- und Musicalschule Move in Arts aus Liestal beschreitet mit dem Kulturhotel Guggenheim ebenfalls neue Wege. Unter dem Motto «Liestal geht aus» möchten sie das Stedtli beleben, die Liestalerinnen und Liestaler zum Ausgehen verführen und gleichzeitig in Liestal behalten. An ihren Anlässen gibt es zuerst jeweils ein Konzert, danach folgt eine Tanzshow und an der Afterparty mit DJ kann das Tanzbein geschwungen werden – also drei in einem.

An der Fasnacht wurde das tote Stedtli einmal mehr belacht und beweint. Das Jammern ist gross, dass hier nichts läuft. Dies ist Denise Döbeli von Move in Arts und Eric Rütsche vom Guggenheim in den falschen Hals geraten. Die Idee zu den Konzert- und Tanzabenden geistert allerdings schon lange in ihren Köpfen herum. Nun sei der richtige Zeitpunkt gekommen, die Idee in die Realität umzusetzen. Beide haben Kapazitäten frei.

Im April geht der erste von vorläufig drei geplanten Abenden über die Bühne des Guggenheims. Es wird eine Funknight mit lokalen Grössen: Die Basler Band Sousoul spielt auf und nach der Tanzshow wird mit DJ Flink abgefeiert. Auch die nächsten Events funktionieren nach dem gleichen Muster, denn Döbeli und Rütsche sind gleich gestrickt – und man spürt im Gespräch die Leidenschaft der beiden für die Kultur, das Projekt und für Liestal. «Die braucht es auch, damit es funktioniert», sagt Rütsche. Das Besondere dabei sind die Tanzshows von Move in Arts. Hier ist Döbeli im Element. Sie präsentiert ihr neustes Projekt, eine Männertanztruppe. 20 Tänzer zwischen 18 und 28 Jahren, Schüler und Lehrer, sollen vor allem auch Männer zum Tanzen animieren.

«Es wird jedes Mal eine andere Tanzshow geben», verspricht Döbeli. Sie passt die Shows jeweils ans Thema des Abends an. Am 21. Mai geht Liestal zu Reggae aus. Am 18. Juni, wenn im Guggenheim ein Public Viewing der Fussball-EM stattfindet, wird die Show sicher etwas mit dem Ballsport zu tun haben. Ein Männerpublikum ist dann gewiss. Rütsche und Döbeli sind aber überzeugt, dass es auch für die anderen Abende genug potenzielle Besucherinnen und Besucher gibt – allen Alters. «Es kommt wohl darauf an, welche Band spielt und welcher DJ auflegt», sagt Döbeli. Angestrebt wird eine lockere Atmosphäre, serviert wird auch Essen und Trinken. «Was wir ausstrahlen, kommt zurück», hofft Rütsche.

Die Liestalerinnen und Liestaler haben aber leider die Qual der Wahl: Das erste «Liestal geht aus» und die nächste Tanzmanie finden beide am 2. April statt.