Ziemlich genau acht Jahre ist es her – für ein Bauwerk eigentlich keine lange Zeit. Im Januar 2003 wurde die Birsfelder Dreifach-Sporthalle eingeweiht. Doch seither bereitet der Gemeinde das undichte Hallendach Kopfzerbrechen. Nach mehreren halbbatzigen Ausbesserungen sprach der Souverän an der Gemeindeversammlung letzten März einen Kredit von 350 000 Franken, damit Birsfelden die Sanierung endlich anpacken konnte. Doch noch immer ist nichts geschehen.

«Ganz untätig waren wir nicht», widerspricht Reto Seghers. Der Baufachmann Hochbau der Gemeindeverwaltung betont, dass man bereits zwei Dachaufgänge montiert habe. Ausserdem habe man Sanierungsofferten machen lassen. «Die Material- und Maschinenbeschaffung dauert etwa einen Monat. Wir könnten also Mitte Februar loslegen.»

Definitiv festlegen möchte sich Seghers jedoch nicht. Übernächste Woche finden die nächsten Anwaltsgespräche zwischen der Gemeinde und der Zürcher Baufirma Juve Architekten und Ingenieure AG – vormals Corrodi Bau AG – statt. «Dass wir uns aussergerichtlich einigen können, wird immer unwahrscheinlicher», gibt sich Seghers skeptisch. Das ist auch der Hauptgrund, weshalb man seit dem Kredit-Zuspruch noch abwartete: Birsfelden liess zur vorsorglichen Beweisaufnahme ein Gutachten über den Zustand der Gebäudehülle erstellen. «Sonst könnte die Gegenpartei vor Gericht sagen, wir seien für die Schäden selbst verantwortlich», so der erfahrene Bauprofi.

Das Gutachten liegt seit Weihnachten vor und bestätigt die Vermutungen: Neben der Entwässerungsrinne gibt es undichte Stellen bei den Klimageräten und den Überlappungen der Dachpaneele. «Wir haben Anspruch auf eine dichte Sporthalle», sagt der Birsfelder Gemeindepräsident Claudio Botti und fügt hinzu, die abwehrende Haltung der Baufirma Juve AG könne er nicht nachvollziehen.

Deren Verwaltungsratspräsident Ulrich Vetterli gibt sich gegenüber der bz wortkarg: «Die Sache ist am Laufen und wir wollen dazu nicht öffentlich Stellung nehmen.» Und er schiebt nach: «Soll Birsfelden doch ruhig schwatzen.»

«Ich hätte zwischen der Baufirma und der Gemeinde sicher vermitteln können – wenn man mich gefragt hätte», sagt derweil der langjährige Gemeindepräsident Peter Meschberger zur bz. Er war beim 5,6-Millionen-Franken-Projekt damals die tragende Figur. Meschberger betont, den Juve-Chef von früher zu kennen: «Er ist ein ehrlicher Typ.» Für Seghers ist der Fall jedoch klar: «Wenn die Firma mit sich reden liesse, hätte sie den Schaden schon lang bei der Haftpflichtversicherung angemeldet.» Er sei zudem kein Freund von Zwischenmännern, die alles eher verlangsamen würden.

Meschberger bereut trotz aller Probleme nicht, sich damals für die relativ günstige Halle entschieden zu haben: «Zu einer teureren hätten die Birsfelder nie Ja gesagt.» Nicht verkneifen kann sich der ehemalige eine kleine Spitze gegen den aktuellen Gemeinderat: «Nun ist die Exekutive als Führungsorgan gefragt.»