Das Älterwerden ist ja nicht unbedingt ein Schleck. Da wissen sich die Gassäspränger aber zu helfen: Zum 25-Jahr-Jubiläum gönnen sie sich einen Wagen. So können sie sich bequem über die Umzugsroute fahren lassen. Gezogen wird das Gefährt von einem Mega-Traktor, die Hinterreifen mannshoch. Alle Traktoren am Umzug in Oberdorf haben dieselbe Grösse – hat der Bund wohl im letzten Jahr an den Direktzahlungen geschraubt? Wir wissen es nicht. Ist wohl auch besser so.

Zu Fuss unterwegs sind allerdings die Rollators. Gerade denen hätte man am ehesten einen Wagen zugetraut. «Wir sind die Senioren der Los Ventilos», sagt Thomas Schweizer. «Wir machen nur im Waldenburgertal Fasnacht, den Rest überlassen wir gerne den Jungen». Ein gfürchiges Hexenpaar amtet bei ihnen als Tambourmajore, mit Hexenbesen.

Die WB in Originalfarbe

Die Sujets sind wunderbar gearbeitet und aufwendig gemacht. Die Waldenburgerbahn ist schon fast wie das Original unterwegs. Die Niederdörfer Dorfgassschlurbi haben sich – wo auch immer – sogar die Farbe des Originals besorgt.

Auch die Tannzapfesuuger widmen sich der Dampfbahn von einst. Es gibt den Zug aber auch im Kleinformat auf einem Leiterwagen, nur etwas langsamer unterwegs als in echt, da von Hand gezogen. Die Au Rugger kommen als Franzosen daher, der Tambourmajor lässt eine Trikolore im Wind flattern. Dägäs, ein Schyssdräckzügli, hat es mit dem Baselbieter Bier:

D Idee wär guet gsi,
s hätt chönne klappe.
Grossaktionär für ei, zwei Lappe
Enormi Dividände
hätte gwunke
Nur hett die Brühi niemer drunke

Die zu Hauf verteilten Aktien waren früher immerhin einen Lappen wert.
Dem Hölsteiner Klimaforschungsprojekt der Uni Basel widmen sich die Ochsespueler. Der Oberdörfer Umzug zieht ein stattliches Publikum an. Er ist ausgesprochen beliebt bei Familien mit Kleinkindern, die Gefahr, dass da eines verloren geht, ist sozusagen inexistent.

Die Waggis auf den Wagen sind  sehr kinderfreundlich. Sie können aber auch erbarmungslos zugreifen und ausgewählte Umzugsgäste mit Räppli vollstopfen.
Nachdem die Route zweimal absolviert ist, gibt es das traditionelle Konzert der Guggen rund um heisslaufende Grills mit saftigen Würsten und genügend Tranksame.

Den Anfang macht die letzte noch verbliebene Clique im Waldenburgertal, die Dachluckespinner, mit einem Klassiker. Es ist der Arabi, gepfiffen und getrommelt. Und schliesslich quittiert mit viel Applaus.