Im Bericht zur Qualität im öffentlichen Regionalverkehr bewertete das Bundesamt für Verkehr (BAV) die Qualität von 88 Bahn- und Busunternehmen. Dazu durften Testkunden ihre Meinung zu Sauberkeit in Bus, Tram und Bahn, zur Kompetenz der Chauffeure und zur Kundeninformation kundtun.

Laut dem Bericht schnitten 13 Prozent der Bus-Unternehmen und 23 Prozent der Bahn-Unternehmen unterdurchschnittlich ab. Als Mängel eingestuft werden beim Busverkehr etwa fehlende Durchsagen im Fahrzeug zum nächsten Halt oder die Sauberkeit von Fenstern. Bei den Bahnen führten eine mangelnde Sauberkeit von Toiletten, Böden und Fenstern zu einer schlechteren Bewertung.

Nicht aufgeschlüsselt war, wie die einzelnen öV-Unternehmen abschnitten. Nun hat der Bund die Liste dem Onlineportal «20 Minuten» ausgehändigt. Darin erhält die Waldenburgerbahn (WB) kein gutes Zeugnis. Sie schneidet in der Kategorie Zugverkehr am schlechtesten ab. Nur gerade 71 Punkte holt sich das Waldenburgerli – nötig für eine genügende Note wären knapp 90 Punkte.

Dass das Waldenburgerli nicht zum Glanzvollsten gehört, was das Baselbiet zu bieten hat, ist kein Geheimnis. Die Bahn ist veraltet und wird komplett erneuert. Das Unternehmen wurde 2016 von der Baselland Transporte AG (BLT) übernommen. Seither geht es aber voran.

In den kommenden viereinhalb Jahren wird die WB komplett erneuert. Das Waldenburgerli wird künftig auf Meterspur fahren. Für die neuen Züge ist Anfang Juni eine Offerte vom renommierten Thurgauer Unternehmen Stadler Rail eingereicht worden. Diese wird nun geprüft. Ein Entscheid dazu soll Ende Oktober fallen. Die neuen Züge sollen nachrüstbar sein, um sie als Option stufenweise automatisieren zu können.

Der Neustart der WB auf der Meterspur ist für den Fahrplanwechsel im Dezember 2022 vorgesehen. Bis dahin muss die WB noch mit dem letzten Platz vorliebnehmen. (zam)