Schienen-Fans aufgepasst, den kommenden Dienstag fett im Kalender anstreichen: Dann führt der Verein Pro Birsigthalbahn einen aussergewöhnlichen Transport durch. Von 8 bis 11 Uhr wird der Motorwagen Nummer 12 der ehemaligen Birsigthalbahn (BTB) auf einem Tieflader von Bulle nach Rodersdorf transportiert und dort mittels Spezialkran zum Remise-Gleis am Bahndamm hochgehoben.

Dafür wurde bereits der Fahrdraht abmontiert. Zudem wird an diesem Dienstagvormittag aus Sicherheitsgründen der Strom abgeschaltet, und der BLT-Tangoverkehr zwischen Flüh und Rodersdorf ruhen. Für den Tramersatz sorgen Busse.

Der 1966 von Schindler konstruierte Motorwagen 12 fuhr bis 1984 für die Birsigthalbahn, ehe er mit anderen Fahrzeugen des BTB-Fuhrparks ins Waadtland an die AOMC verkauft wurde, die damalige Aigle-Ollon-Monthey-Champéry-Bahn. Nach seiner Ausserdienststellung 2017 bemühten sich die Leimentaler Bahnfreunde um die Rückführung des verlorenen Sohns. Mit Erfolg.

Glänzt wieder im blau-weissen Originalanstrich

In den vergangenen Monaten wurde der 27 Tonnen schwere Triebwagen durch die Freiburger Verkehrsbetriebe in Bulle in den Originalzustand von 1966 zurückversetzt. Anstelle des Waadtländer Anstrichs in Rot-Weiss glänzt er nun wieder im vertrauten Blau-Weiss der alten Birsigthalbahn.

Zielort der aufwendigen Rückholaktion ist die Remise Rodersdorf. Dort wird das nicht mehr fahrtüchtige Fahrzeug seine definitive Bleibe erhalten. Im vergangenen Oktober hat die Baselland Transport AG (BLT) den nicht mehr benötigten Lokschuppen dem Verein Pro Birsigthalbahn zu günstigen Mietkonditionen zur Verfügung gestellt.

Museumseröffnung noch in diesem Jahr

Gegen Ende 2019 plant der Verein in der Remise die Eröffnung eines eigenen Museums, das die Geschichte der Birsigthalbahn bis zu ihrer Betriebseinstellung 1984 aufzeigen soll – mit dem Motorwagen Nummer 12 als Prunkstück. Drei weitere Fahrzeuge aus dem Vereinsbesitz, der Motorwagen ABe 4/4 Nummer 7 (Jahrgang 1923), der Anhänger Nummer 52 (1926) und der Güterwagen K 131 (1891), werden den Museumsfuhrpark vervollständigen.

Vereinspräsident Paul Gschwind betont in diesem Zusammenhang die historische Dimension: «Ohne die BTB und danach ab 1974 die BLT hätte das Leimental niemals diese rasante Entwicklung nehmen können. Die Bedeutung des öffentlichen Verkehrs in diesem Prozess wollen wir durch unser Museum veranschaulichen.»

Notiz am Rande: Den Transport und Verlad mittels Pneukran am 2. April wird dieselbe Zürcher Firma Welti-Furrer übernehmen, die seinerzeit für den Verlad der BTB-Fahrzeuge ins Waadtland gesorgt hat. Zu den Kosten von Instandstellung und Rückführung will der Verein öffentlich keine Angaben machen, doch dürften sich diese im mittleren fünfstelligen Bereich bewegen.