Zum Schluss war der Jugendrat zufrieden mit dem Jugendforum 2018. Unter dem Titel «Für was entscheidet sich die Jugend» diskutierten am Freitag 85 Jugendliche im Landratssaal in Liestal. Der Jugendrat ist eine regierungsrätliche Kommission des Kantons Baselland; neun junge Menschen, davon mindestens vier Frauen, die parteipolitisch neutral die Jugend im Kanton für die Politik sensibilisieren.

Debatten und Abstimmungen

Abeelan Rasadurai, 2018 für das Forum verantwortlich, erklärte den Tagesablauf: «Am Vormittag trafen sich nach der Eröffnungsrede von Landratspräsidentin Elisabeth Augstburger verschiedene Expertengruppen.» Diese sollten verschiedene Blickwinkel auf die angesetzten Themen ermöglichen.

So traf bei «Burka oder Minirock» die stellvertretende Direktionsvorsteherin des Baselbieter Amtes für Migration, Simone Bucheli, auf Frank Lorenz, Leiter der Offene Kirche Elisabethen in Basel. Eva Juhasz, Baselbieter öV-Delegierte, setzte sich mit Dominik Beeler, Co-Präsident des Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) beider Basel, zum Thema «Uber oder öV» auseinander. Bei der Frage «Cannabis oder Niele» brachten Thomas Kessler, ehemaliger Basler Drogendelegierter, und Bruno Scopel, Vertreter des Baselbieter Blauen Kreuzes, ihre Sichtweisen ein.

«Nach den Expertenrunden werden die Petitionen sowie Begleittexte verfasst», erklärte Rasadurai weiter. «Es gibt eine Jungparteienrunde, und anschliessend kommen die Petitionen zur Abstimmung ins Plenum. Angenommene Petitionen werden dem Regierungsrat übergeben.» Die Kantonsregierung behandle die Petitionen und antworte darauf. Das Forum sei also gleichzeitig aktive politische Beteiligung und Lernfeld. Jugendrat Fabian Gürtler moderierte denn am Nachmittag als Sprecher nicht nur die Debatten und Abstimmungen, sondern klärte nebenher auftretende Protokollfragen, als er sagte: «Ein Änderungsantrag ist jetzt nicht möglich. Jetzt geht es nur noch um Ja oder Nein.»

Bevor die Petitionen an Regierungsrat Thomas Weber übergeben wurden, lancierte der Jugendrat noch zwei Diskussionsrunden: Eine zum Militärdienst und ob dieser für Frauen obligatorisch sein solle; und eine zweite zur Frauenquote.

Bei beiden Themen zeigten Applaus, Gelächter und pointierte Voten, dass die Jugendlichen den Erwachsenen in Sachen Debatten in nichts nachstehen. Es wurde auch deutlich, dass die Jugendlichen keineswegs so uninformiert und desinteressiert sind, wie ihnen oft nachgesagt wird. Regierungsrat Thomas Weber zeigte sich in seiner Abschlussrede beeindruckt: «Wenn ich sonst in den Saal sehe, sind da viele Zeitungen und aufgeklappte Notebooks. Es ehrt Sie, dass Sie bei dem sommerlichen Wetter hier im Saal sitzen und konzentriert zuhören und diskutieren.»

Teilnehmer aus vier Schulen

So ernsthaft das Anliegen des Jugendforums, so locker die Herangehensweise: Ein Quizspiel zu politischen Fragen löste mehr als einmal Heiterkeit im Saal aus. Von insgesamt vier Berufsschulen und Gymnasien aus Liestal, Münchenstein und Muttenz kamen die Jugendlichen, dazu eine Handvoll Einzelanmeldungen. Seit 2008 wird – die Wahljahre ausgenommen – jedes Jahr ein Jugendforum durchgeführt. Die Jugendlichen schätzten den Anlass. Auf dem Sprung zum Zug erklärte Berufsschülerin Nadia, es sei «megaguet». Der Kommentar von Nisha, Josefa und Sonja war ohne Worte: Daumen hoch zum Jugendforum.