Thomas de Courten, Wirtschaftsförderer im Baselbiet, will in Salina Raurica «ein Zeichen setzen» und sich dafür einsetzen, dass auf einem Teil der Baufläche bald die ersten Gewerbebetriebe angesiedelt werden. Der geplante Gewerbepark wäre nämlich schon lange baubereit, wie de Courten im Interview mit der bz sagte: Der Kanton habe aber Interesse daran, die Flächen an «wertschöpfungsintensives» Gewerbe zu verkaufen. Das heisst: Firmen, die Arbeitsplätze schaffen und mehr Steuern zahlen, statt weiterer Logistikunternehmen, die viel Platz brauchen und weniger Wertschöpfung generieren.

Life Sciences als Ideal

Dieses Ziel verfolgt auch die Wirtschaft: Christoph Buser, Direktor der Baselbieter Wirtschaftskammer, forderte jüngst vom Kanton Fortschritte in Salina Raurica. Gegenüber der bz nennt er sein Wunschgewerbe: «Das sind traditionellerweise Unternehmen mit einem starken Fokus auf Forschung und Entwicklung, beispielsweise Pharma- und Biotech-Unternehmen, Medtech-, Hightech- und Cleantech-Firmen. Dazu Dienstleister aus der Finanz- und Versicherungsbranche.» Diese Firmen müssten sehen, «dass das Gebiet investitionsbereit ist». Die Regierung könne Investoren einfacher anlocken, wenn diese sähen, dass die Erschliessung schon vorangeschritten und die Umweltverträglichkeitsprüfung vorgenommen sei.

Platzverbrauch ist Kriterium

«Traditionelle Logistiker, wie Speditionen oder die flächenintensive Lagerhaltung», seien bereits gut in Salina Raurica vertreten; und Buser zweifelt, ob mit weiteren Ansiedlungen die verbleibenden Areale «wirklich optimal genutzt» würden. Dafür hat Thomas Schwarzenbach als Präsident des Logistikverbandes Spedlogswiss Verständnis: «Es gibt interessierte Logistikfirmen; aber wir haben keinen Anspruch auf mehr Platz in Salina Raurica.» Er fühle sich deshalb von de Courtens und Busers Aussage nicht vor den Kopf gestossen. Gute Standorte gebe es auch im Fricktal.

Martin Dätwyler, Geschäftsführer der Handelskammer beider Basel und des Logistik-Clusters, öffnet den Fächer etwas weiter. Er kann sich eine Palette von Unternehmen vorstellen: «Da kann durchaus auch noch ein Logistiker dabei sein, wenn er in den Branchenmix passt.» Gleichzeitig könnten der Logistik durch Verdichtungen noch Flächen zur Verfügung gestellt werden. «Eine Erschliessung in Etappen könnte in Salina Raurica eine Eigendynamik auslösen», stimmt Dätwyler mit de Courten überein, warnt aber auch: «Es ist eine Illusion, dass man alles überplant und dann hofft, dass sich die Wunschkonstellation ansiedelt.»