Die Gemeinden werden sich vor allem darauf konzentrieren, wie gut oder schlecht sie ans Netz des öffentlichen Verkehrs (öV) angebunden sind. Nach wie vor sind etliche Gemeinden mit Tram und Bus nach 20Uhr nicht mehr erreichbar und werden weniger als neun Mal täglich angefahren.

«Ein grosser Ausbau ist in der derzeitigen finanziellen Situation nicht möglich», dämpfte Baudirektorin Sabine Pegoraro gestern an der Medienkonferenz die Erwartungen. Gegenüber dem 7. Leistungsauftrag wolle der Kanton nur 8 Millionen Franken mehr ausgeben als für die vorangehende Vierjahres-Periode, und dies trotz der Kostensteigerung wegen der höheren Treibstoffpreise.

Fazit: In allen vier Jahren übersteigen die budgetierten Sparmassnahmen die Kosten für neue Angebote. Und die Mehreinnahmen durch Tariferhöhungen übertreffen ausser 2015 die Mehrausgaben, die durch die Anschaffung von neuem Rollmaterial (Tango) anfallen. Pegoraro verwies aber auf die Produktivitätssteigerung der letzten Jahre: «Es gibt für den eingesetzten Steuerfranken mehr öV.»

48er-Bus künftig ganztags

Wo nicht mehr Mittel zur Verfügung stehen, erfordert jeder Ausbau, dass anderswo gespart wird. So will der Kanton Linien ohne überregionale Funktion als Ortsbus den Gemeinden abtreten. Dies betrifft insbesondere den Bus58, der die beiden Ortsteile Münchensteins verbindet und der mit 18Prozent die schlechteste Kostendeckung aufweist. Und am Sonntag wird man in Muttenz künftig vergeblich auf den Bus 63 nach Arlesheim warten.

Die Busline 37 wird auf die Strecke zwischen Dreispitz und Aeschenplatz verkürzt, da der 47er (Muttenz – Bottmingen) parallel dazu die Strecke zum Bruderholzspital abdeckt. Dieser soll als Ersatz und dank der regen Nachfrage künftig den ganzen Tag verkehren. Einen ähnlichen Ausbau erfährt der Bus 48 von Basel SBB ins Gewerbegebiet Allschwil Bachgraben, der trotz eingeschränkter Zeiten mehr Leute transportiert als manche Ganztagslinie: Er soll künftig den ganzen Tag im Viertelstundentakt fahren.

Ein Bus Sissach - Gelterkinden

Im Oberbaselbiet wird die Buslinie 105 bis nach Gelterkinden verlängert. Dabei fährt sie nicht zum Bahnhof, sondern ins Dorf. Die Linie soll auch nicht Gelterkinden als Ersatz für den zweiten Schnellzughalt zusätzliche Züge ab Sissach erschliessen, sondern dient der Vereinfachung des Schulwegs.

Auf dem Dorneckberg werden die Buslinien neu organisiert: So soll künftig ein Bus von Liestal über Seewen nach Nunningen und von dort weiter nach Laufen fahren. Damit wird man ab Breitenbach das Mittelland künftig via Liestal am schnellsten erreichen. Die Linie 67 wird dafür auf die Strecke Dornach – Seewen reduziert und der 116er auf Grellingen – Seewen. Für die Erschliessung von Nuglar-St.Pantaleon sind derzeit Linien-Varianten bei den Gemeinden in der Vernehmlassung.