Letztes Jahr sah es für die Aescher Finanzen nicht gut aus. Für 2012 war ein Defizit von 1,7 Millionen Franken vorgesehen, für 2013 ein Loch in gleicher Höhe. Der damalige Finanzplan sah eine Verdoppelung der Schulden vor. An der Budget-Gemeindeversammlung im Dezember war von einer «tragischen Entwicklung» die Rede. Die Rechnungsprüfungskommission liebäugelte mit Steuererhöhungen.

Das Budget 2013 wurde zähneknirschend verabschiedet und der Gemeinderat dazu verknurrt, ein Sparpaket auszuarbeiten. Gemäss Protokoll versprach der für Finanzen zuständige Gemeinderat Andreas Spindler, alles werde überprüft und nichts solle unangetastet bleiben.

Doch jetzt ist fast alles anders. Denn der Gemeinderat hat zu pessimistisch budgetiert. In der Rechnung 2012 ist das Defizit auf 0,4 Millionen Franken geschrumpft. Heute sagt Spindler: «Den Aescher Finanzen geht es sehr, sehr gut.» Die Pro-Kopf-Verschuldung sei halb so hoch wie der Kantonsdurchschnitt. Man habe die Schulden von 18 auf 8 Millionen Franken reduziert und für die Pensionskassensanierung seien 3,5 Millionen Franken zurückgestellt.

Steuererhöhung ist kein Thema

Doch der Auftrag der Gemeindeversammlung bleibt bestehen, und so hat der Gemeinderat mit dem Finanzplan für die kommenden fünf Jahre ein Sparprogramm ausgearbeitet. Drei Massnahmen sollen das Budget jährlich um 1,2 Millionen Franken erleichtern. Hauptpunkt ist die Reduktion von Ausgaben, etwa beim Gebäudeunterhalt oder bei der Beschaffung von Fahrzeugen. Auch bei den Einnahmen wird geschraubt. So sollen höhere Eintrittspreise im Gartenbad 40 000 Franken jährlich einbringen. Die Investitionen werden auf 3,5 Millionen Franken jährlich begrenzt.

Und schliesslich stellt Aesch die Finanzplanung vom Vorsichts- auf das Realitätsprinzip um. Konkret heisst das zum Beispiel, dass die Löhne nicht mehr fürs ganze Jahr budgetiert werden, wenn Vakanzen anstehen. Und wenn Investitionen in Aesch Nord Gewerbe anlocken sollen, findet man die erwarteten Steuern im Finanzplan. «Mit dem Realitätsprinzip erhöhen wir die Budgetgenauigkeit», sagt Gemeindeverwalter Matthias Gysin. «Es handelt sich um interne Massnahmen. Die Einwohner werden kaum einen Leistungsabbau spüren.»

Das versichert auch Gemeinderat Spindler, der zudem betont: «Einen grossen Sparbrocken in den Finanzplan einzubauen, kam für uns überhaupt nicht infrage.» Aesch ist für ihn «weit entfernt von einer Diskussion über eine Steuererhöhung oder über einen Dienstleistungsabbau».
Der Gemeinderat hat den neuen Finanzplan den Kommissionen präsentiert. Opposition kam keine.