125 Jahre sind seit der ersten offiziellen Bundesfeier vergangen. 1891 nahm man die 600 Jahre seit der Gründung der Eidgenossenschaft zum Anlass, ausgiebig zu feiern «mit dem Gefühl des Dankes» gegenüber den grossen Leistungen unserer Vorfahren. Die Stadt Bern feierte gleichzeitig ihr 700-jähriges Bestehen. In den einstigen lokalen Zeitungen «Birsbote» und «Der Birsthaler» zu blättern lohnt sich alleweil: Sie bilden die damals vorherrschende Feststimmung im Laufental bestens ab.

In allen Gemeinden des Laufentals sei das «Jubelfest» mit Begeisterung begangen worden. «In Zwingen hätte durch Springen eines Mörsers leicht ein Unglück geschehen können, in Blauen gerieten einige junge erhitzte Gemüter aneinander.» In Brislach hielt der Herr Pfarrer eine einleitende Rede und «unmittelbar darauf wird sich der Festzug, zu welchem sämtliche Einwohner freundlichst eingeladen sind, organisieren». 22 Böllerschüsse weckten in vereinzelten Gemeinden die Bevölkerung früh am Morgen vor dem grossen Fest. Die Kinder des Laufentals und in der ganzen Schweiz bekamen zur Erinnerung ein Gedenkblatt mit einer Widmung in einer der vier Landessprachen.

Die Feiern 1891 mit weltlichen und religiösen Teilen dauerten an gewissen Orten sogar zwei Tage. Die Stadt Laufen schien alles daran zu setzen, das Fest so würdig und pompös wie möglich zu gestalten. Ein grosser Umzug mit genauer Aufstellungsordnung durfte natürlich nicht fehlen, die Lehrer und Schulbehörden hätten sich ausserordentlich Mühe gegeben: «Es ist unglaublich in welch kurzer Zeit die grosse Kinderzahl auf eine recht geschmackvolle Weise kostumiert war.» Vorbildlich und mit grossem Eifer habe die Bevölkerung in Laufen die Häuser und Plätze dekoriert und das «Freudenfeuer auf der Rebe» habe die Gassen im Stedtli «fast tageshell» beleuchtet.

Etwas ganz Spezielles setzten die Nenzlinger anlässlich der Bundesfeier um: Die Schuljugend machte in Begleitung der Schulbehörden einen längeren Spaziergang in das «reiche Basel», wo sie unter anderem den zoologischen Garten besuchten und in der «Speisehalle am Klaragraben» zu einem «Mittagessen mit Wein» zu fünfzig Rappen pro Person eingeladen wurden!

Bei der Lektüre der beiden anfangs erwähnten Zeitungen mit Blick auf das nationale Fest fallen einem wohlbekannte feierliche Elemente auf. So ist von Lampions, Fahnen, bengalischen Lichtern, Höhen- und Freudefeuern die Rede. Auch der Kommerz machte sich im Vorfeld in Form von Inseraten auf sich aufmerksam. Ein «Album zur Erinnerung der Gründung der Schweizerischen Eidgenossenschaft» war für drei Franken zu haben. Das reich illustrierte Buch beinhaltete «Städtebilder, berühmte Ortschaften, Bergparthien und Hauptdenkmäler aus der ganzen Schweiz».