Heiss ist es nicht, trocken aber dennoch ungemein. Seit vier Wochen beklagt die Alpennordseite einen Mangel an Niederschlägen. Das bringt Probleme mit sich. So warnt nun das Amt für Wald beider Basel vor Waldbrandgefahr. Kantonsforstingenieur Ueli Meier unterstreicht dies: «Vor einer Woche musste schon in Langenbruck ein Waldbrand gelöscht werden.»

Aber nicht alle klagen über die Trockenheit. Samuel Bürgin, Förster im Forstrevier Homburg, sagt: «Die Situation ist für uns ein Vorteil». Der Untergrund sei nicht aufgeweicht, weshalb nun problemlos mit grossen, schweren Maschinen die Holzernte vorangetrieben werden könne. Keine Bodenstruktur kann zerstört werden. «Sonst haben wir kleinere Zeitfenster.» Sowohl Meier aus auch Bürgin weisen darauf hin, dass die Bäume in dieser Vegetationsruhezeit nicht auf mehr Wasser angewiesen seien.

Trotzdem kann die gegenwärtige Trockenheit zu Schäden führen. Es ist gemäss dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) denkbar, dass im Wald vermehrt Schadorganismen auftreten. Entscheidend sein wird, wie viel und wo Niederschlag niedergeht bis zum Vegetationsbeginn im kommenden Frühjahr. Im Februar und März erhofft sich Ueli Meier dann ausgiebige Niederschläge, damit auch ein trockener Sommer gut überstanden werden kann.

Fische bald auf dem Trockenen

Sollte Regen weiterhin weitgehend ausbleiben und zugleich der Boden gefrieren, könnte das problematisch werden. Nadelbäume, die auch im Winter an sonnigen Tagen Wasser verdunsten, könnten dann wegen einer so genannten Frosttrockenheit unter Stress geraten. Für viele der einheimischen Fischarten beginnt im Herbst die Fortpflanzungszeit. Für jene, die dazu kleinere Fliessgewässer aufsuchen, kann ein niedriger Wasserstand zu Problemen führen, wenn geeignete Laichgründe trocken fallen. Dies betrifft vor allem die Forelle.

Weniger erfreut über die trockene Periode zeigt sich Remi Wüthrich vom Häfelfinger Hof Horn. Zwar ist ihm selbst das Trinkwasser noch nicht ausgegangen: «Das Dorf ist zum Glück einem Quellverbund angeschlossen, sonst sässen wir auf dem Trockenen.» Seinen Kühen jedenfalls geht es bereits so. Ihr Wasser kommt gewöhnlich aus einer eigenen Quelle, die ist nahezu versiegt. «Für die Kühe muss ich im Dorf extra Wasser kaufen», erzählt der Bauer. «Im Oberbaselbiet allgemein gibt es viele Höfe, die jetzt Wasser zuführen müssen.» Die Situation sei ähnlich wie im Hitzesommer 2003.

Remi Wüthrich wünscht sich Regen. Aber nicht bloss einen Regentag oder zwei. «Es muss über eine gewisse Zeit konstant regnen, damit das Wasser nicht schnell wegläuft, sondern der Grundwasserspiegel wieder ansteigen kann, sich die Speicher wieder füllen.» Bereits seit vergangenem Sommer hätten sich die Speicher nicht mehr erholen können. Gefrorene Böden würden nun das ihre zum tiefen Grundwasserspiegel beitragen.

Das Oberbaselbiet leide immer wieder unter Trockenheit. Das rühre daher, dass die Gewitter oft dem Rhein oder der Aare entlang ziehen würden. «Dann bleibt es bei uns trocken», sagt Remi Wüthrich, «aber so wie es in den beiden letzten Jahren hintereinander war, ist es schon extrem.»

So richtig trocken sei es 1947 gewesen. Das habe ihm noch sein Grossvater erzählt. «Damals gingen sogar die Kirschbäume zugrunde.»