Es ist nur eine kurze Passage, doch sie lässt aufhorchen: Im jüngst erschienenen Jahresbericht 2012 der kantonalen Denkmalpflege steht unter «Ausblick», dass «Regierungspräsidentin Sabine Pegoraro einen neuen Verpflichtungskredit für Subventionen und Expertisen angekündigt hat. Damit soll auch in den kommenden Jahren die Möglichkeit der Subventionierung gesichert werden.»

Pegoraro ist unterdessen zwar nicht mehr Regierungspräsidentin, doch Stefan Buess, Präsident der Baselbieter Denkmal- und Heimatschutzkommission (DHK), bestätigt gegenüber der bz, dass die Baudirektorin tatsächlich daran ist, eine Landratsvorlage auszuarbeiten.

Je 300'000 Franken für zwei Jahre

Konkret soll die Denkmalpflege beziehungsweise die für die Subventionen zuständige DHK vorerst für 2014 und 2015 aus dem Kantonsbudget rund 300'000 Franken pro Jahr erhalten, wie Kantonsplaner Martin Kolb auf Anfrage bestätigt. Dies, um private Besitzer geschützter Gebäude dabei zu unterstützen, bei anstehenden Sanierungsarbeiten die teilweise einschneidenden Auflagen der Denkmalpflege umzusetzen. Oft geht es etwa um das fachgerechte Flicken von alten Böden und Dächern oder das sanfte Erneuern von Dachstühlen.

«Die Regierung ist zum Glück von ihrer Linie abgekommen», zeigt sich Buess erleichtert. Diese «Linie» sah eigentlich von 2013 bis 2015 die komplette Einstellung der Subventionen vor. Dies, nachdem sie im Rahmen des kantonalen Entlastungspaketes bereits von 800'000 Franken im Jahr 2010 auf 300'000 Franken 2012 reduziert worden waren. Und nur die Intervention der Finanzkommission und das Ja der Landratsmehrheit sicherte für 2013 jene rund 300'000 Franken, die noch aus dem alten Verpflichtungskredit übrig geblieben waren.

Mit der Vorlage eines neuen Verpflichtungskredites für 2014/15 kommt die Regierung auch einer hängigen Motion von Christoph Hänggi zuvor. Der SP-Landrat fordert einen Kredit für die Jahre 2014 bis 2018, um «die Kontinuität in der Bewahrung und Pflege von schützenswertem Kulturgut» sicherzustellen. Hänggi erfuhr auch erst durch den Jahresbericht der Denkmalpflege, dass die Regierung nun selbst aktiv wird. Für ihn ist klar: «Der Druck auf die Regierung war eben von allen Seiten sehr gross.» Er geht davon aus, dass seine Motion zwar demnächst traktandiert, aber dann als erledigt zur Abschreibung empfohlen wird.

Subventionen bis 2019 geplant

Dabei ist Hänggi keineswegs komplett zufrieden: «Sollte die Subvention tatsächlich nur 300'000 Franken pro Jahr betragen, ist mir das zu wenig.» Dieser Betrag sei das absolute Minimum. Hänggi überlegt sich deshalb, in der Budgetdebatte Ende Jahr eine Erhöhung zu beantragen. Kolb, der als Kantonsplaner der Denkmalpflege vorsteht, sieht das anders: «Wir sind mit 300'000 Franken zufrieden. Natürlich ist es ein Kompromiss, doch immerhin haben wir nun die Sicherheit, dass wir unsere Arbeit fortführen können.» Dies sollte auch über 2015 hinaus gesichert sein. Gemäss Kolb plant die Regierung nämlich bereits den übernächsten Verpflichtungskredit für die Jahre 2016 bis 2019.