Die Baselbieter Regierung hat vor, das Gebiet Stutz in Blauen im kantonalen Richtplan als Deponiestandort festzulegen. In einem Evaluationsverfahren stellte sich das Gelände als am besten geeigneter Standort im Gebiet Basel-Laufen-Thierstein-Dorneck heraus. An der Grenze zu Zwingen soll dereinst Aushubmaterial gelagert werden.

Gegen die Pläne des Kantons formierte sich Widerstand der Burgerkorporation Zwingen. Wenn die Deponie verwirklicht würde, müssten die Quellen Pfandel und Bernhardsmätteli geschlossen werden, sagt Burgerkorporationspräsident Peter Hueber. Grund dafür seien Feinstoffe, welche in die Quellen gelangen und diese sogar zerstören könnten. «Dadurch ist die Wasserqualität nicht mehr gewährleistet.» Die beiden Quellen decken 60 bis 80 Prozent des Wasserverbrauchs von Zwingen.

Gebiete liegen nah beieinander

Bei einer Abschreibung der Quellen fordert die Burgerkorporation vom Kanton Schadenersatz in der Höhe von 30 Millionen Franken. Den Standort Schäftlete in Zwingen würde man jedoch unterstützen, da die beiden Quellen dadurch nicht betroffen wären. Schäftlete belegt in der Evaluation hinter dem Gebiet Sunnerain in Zwingen – das ebenfalls Auswirkungen auf die beiden Quellen hat – den dritten Platz.

Das Geschäft liegt momentan bei der Bau- und Planungskommission, die am vergangenen Donnerstag über die möglichen Standorte informiert wurde. Obwohl in der Kommission noch nicht darüber diskutiert worden ist, versichert Kommissionspräsident Hannes Schweizer (SP, Titterten), dass man die Anliegen und Kritiken der Standortgemeinden sehr ernst nehmen wird. «Man kann keinen Deponiestandort ohne deren Willen in den Richtplan aufnehmen», findet er. Ende Januar sei mit einem Entscheid zu rechnen, und die Chancen stünden gut, dass die Vorlage mit Änderungen in den Landrat kommt.

Die Kommissionsmitglieder halten derzeit Rücksprache mit ihren Fraktionen. Seine Gründe bereits eingebracht hat Marc Scherrer (CVP), der in Zwingen aufgewachsen ist und die Situation gut kennt. «Ich habe mich bereits an meinen Parteikollegen Felix Keller gewendet, der in der Kommission sitzt», sagt der heute in Laufen wohnende Landrat. Auch mit Kommissionspräsident Schweizer habe er Kontakt aufgenommen. Wichtig sei ihm eine Bereinigung innerhalb der Kommission. Einen Vorstoss im Landrat brauche es dann hoffentlich nicht mehr.

Sowohl Stutz als auch Sunnerain seien als Standort für eine Deponie nicht geeignet, behauptet Scherrer. «Die Gebiete liegen nicht weit auseinander und haben beide negative Folgen für die Quellen Pfandel und Bernhardsmätteli.» Der Baselbieter CVP-Präsident ist überzeugt davon, dass die Bau- und Planungskommission die Vorlage dem Parlament abgeändert übergeben wird. «Wenn die Situation nochmals analysiert wird, werden sie zum Schluss kommen, dass nur Schäftlete geeignet ist.»