Beim Wort «deponieren» kann Markus Meier nur den Kopf schütteln: «Würde die neue Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA) des Bundes ernsthaft durchgesetzt, dürfte man Aushub nicht deponieren, denn er ist kein Abfall, sondern Rohstoff», erklärt der Geschäftsführer der Firma Kies+Beton (K+B) in Münchwilen im Fricktal, die zur Erne-Gruppe gehört. Deshalb verfolgt er die Baselbieter Deponie-Diskussion mit grossem Interesse.

Heiss umstritten ist die Idee, in Zwingen und Blauen zwei Gräben als Deponie zu nutzen. Damit würden Trinkwasserquellen zugeschüttet, argumentieren die Gegner. Der Verband Bauunternehmer Region Basel hingegen meint, es sei ökologischer, die saubere Aushub-Erde regional zu deponieren, statt sie mit langen Fahrten zu exportieren. In der Tat schlägt der grüne Landrat Klaus Kirchmayr vor, den Aushub in der Kibag-Grube auf französischem Boden beim Allschwiler Bachgraben zu deponieren.

Rentabler Rohstoff

In Meiers Augen wäre dies reine Verschwendung: In ihrer Aushub-Waschanlage trennt K+B das angelieferte Erdreich in Sand und Kies auf. Der übrig bleibende gepresste Lehmschlamm sei in der Landwirtschaft als Kalkdünger willkommen, berichtet Meier. Fazit: null Abfall, null Deponievolumen. «Setzte man stärker auf solche Kreislauf-Lösungen, würde sich der Mangel an Deponieraum deutlich entschärfen.» Man müsse zwar einige Bedingungen zur Beschaffenheit des Aushubs beachten, damit das Verfahren wirtschaftlich bleibt. Doch bekomme K+B auch Aushub aus dem Raum Reinach und Aesch geliefert. «Der ist von hervorragender Qualität. Und eigentlich dürfte man waschbares Material gar nicht mehr entsorgen».

Auch für die Lieferanten sei dies interessant: «Das Deponieren kostet um die 10 Franken pro Tonne. Bei K+B bezahlt man für waschbaren Aushub wesentlich weniger.»

Recycling als Strassenkoffer

Unverschmutzten Aushub, sogenannten «Aushub U», ebenso wenig deponieren, möchte der Aescher Jan Kirchmayr, der für die SP im Landrat sitzt. Dies formuliert er in einer Interpellation, die er morgen im Landrat einreicht. Anstatt sich zu überlegen, wo man ihn deponiert, wäre es interessant zu wissen, ob man den «Aushub U» wiederverwenden könne.

Dabei dachte er nicht an eine Aushub-Waschanlage, wie sie K+B sowie die Zürcher Firma Eberhard als Schweizer Pioniere betreiben, sondern verfolgt die Idee, dass man den Aushub beispielsweise in Strassenkoffer einbaut. Dafür könnte der Kanton Platz für Zwischenlager zur Verfügung stellen.

Kirchmayr will deshalb wissen, ob der Kanton schon heute Aushub recycelt und ob man, um dies zu fördern, die Deponiegebühren erhöhen müsse.