Der Rückbau der Rheinstrasse wäre eine Katastrophe für das Gewerbe. So tönte es am Dienstag unisono von Vertretern von Unternehmen, die an der Rheinstrasse – sie trennt Frenkendorf und Füllinsdorf – domiziliert sind. Vier Firmen luden zu einer Medienkonferenz.

Am 27. November muss das Baselbieter Stimmvolk an der Urne über die Zukunft der Rheinstrasse befinden. Es geht um zwei Vorlagen: die formulierte Gesetzesinitiative «zur Verkehrs-Kapazitätssicherung der Rheinstrasse zwischen Pratteln und Liestal» und den Gegenvorschlag des Landrats. Die Initiative fordert in kurzer Zeit die Freigabe der Rheinstrasse in einem Ereignisfall auf der A 22, der Gegenvorschlag verspricht eine Freigabe innert Tagen.

Christoph Keigel, CEO und Inhaber der Garage Keigel sowie Präsident der «IG Rheinstrasse vernünftig», macht sich für die Initiative stark und meint: «Wir gehen davon aus, dass die Initiative zu deutlich tieferen Kosten umgesetzt werden könnte, als von der Regierung veranschlagt.» Mit einem Rückbau, der 1995 mit der ersten Volksabstimmung zur A 22 samt Schönthal-Tunnel versprochen worden ist, «würde die Rheinstrasse zu einer Quartierstrasse», ist Keigel überzeugt.

«Das war eine Fehleinschätzung»

Nach der A 22-Eröffnung Ende 2013 habe man befürchtet, dass man die Verkehrsteilnehmenden auf die Autobahn zwingen und deshalb die Rheinstrasse zurückbauen müsse, erklärte Lorenz Nef, Chef von Nef Automobile, und folgert: «Das war eine Fehleinschätzung.» Mit dem Rückbau wäre die Planungssicherheit sofort vom Tisch. Das gefährde wichtige Investitionen ansässiger Unternehmen, so Nef weiter.

Ins gleiche Horn stossen auch der Verwaltungspräsident von Swissterminal, Roman Mayer, sowie Marc Lischer, Geschäftsführer Region Nord von Kuratle & Jaecker, die vor zwei Jahren die Hiag Handel übernommen hat. Mayer sagte, bald werde Swissterminal mit Sanierungsarbeiten beginnen und diese über die kommenden vier Jahre verteilen. «Diese wichtigen Arbeiten sind mit einem Rückbau der Rheinstrasse akut gefährdet.» Lischer wurde deutlich: «Wir stehen zum heutigen Standort in Füllinsdorf. Aber dieser muss uns eine langfristige Vision ermöglichen. Der drohende Rückbau der Rheinstrasse stellt dies infrage.» Gefährdet wären auch zahlreiche Arbeitsplätze.

Mit dem gestrigen Anlass schlugen die Befürworter der Initiative einen weiteren Pfahl ein. Sie dürften auch in den nächsten Wochen kräftig die Werbetrommel rühren – mit der potenten Wirtschaftskammer im Hintergrund.