Matthias Imhof nimmt Anlauf. Nicht zu viel, ein paar Schritte genügen. Dann geht er in die Knie, schwingt den rechten Arm nach vorne und lässt die Kugel auf die Bahn gleiten. «Das ist nichts», sagt er sofort und wendet sich ab. Nur vier der neun Kegel fallen. Für den 58-Jährigen zu wenig, steckt er sich doch immer ambitionierte Ziele. So hat sich Imhof bekanntlich auch vorgenommen, am 8. Februar 2015 in die Baselbieter Regierung gewählt zu werden.

Kegeln mit dem Baselbieter BDP-Regierungskandidat Matthias Imhof

Kegeln mit BDP-Regierungskandidat Matthias Imhof

Dabei weiss er ganz genau, dass zwei gewichtige Gründe dagegen sprechen: Erstens wird Imhof nur von seiner eigenen Kleinpartei, der BDP, unterstützt. Und zweitens hat es noch nie ein Laufentaler in die Kantonsexekutive geschafft.

Er pfeift auf die CVP

«Natürlich bin ich Aussenseiter, aber das ist mir ehrlich gesagt Wurst», sagt Imhof in seiner typisch hemdsärmeligen Art. Schliesslich sei 2011 ein gewisser Isaac Reber von den Grünen auch überraschend in die Regierung «reingerutscht». Einen Vorteil haben die geringen Erfolgsaussichten dabei auf jeden Fall: Imhof und sein Wahlkampf-Team können befreit von jeglichem Druck angreifen. Überhaupt möchte der Laufner vieles anders machen als seine sieben Konkurrenten: «Mich bloss vor die versammelte Presse stellen und eine Powerpoint-Präsentation herunterspulen ist nicht mein Ding. Ich möchte alles etwas lockerer angehen.»
Gesagt, getan: Am Donnerstagabend lud Imhof ins Dittinger Restaurant Rank zum Kegelplausch. Unterstützt wurde er dabei von den drei BDP-Landräten Marie-Therese Müller, Marc Bürgi und Felix Weber, dem Zwingner BDP-Gemeinderat Pascal Cueni – und von seiner Frau Jris Imhof und seinen beiden erwachsenen Töchtern samt Anhang. Mehr brauche er auch gar nicht: «Ich habe in meinem Leben schon immer alles allein mit der Hilfe meiner Familie gemacht.» Deshalb könne er auch gut auf die Unterstützung weiterer Parteien verzichten und trauere trotz Empfehlung der CVP-Parteileitung nicht dem Nein der CVP-Basis nach. «Ich stehe in 90 Prozent der Fälle sowieso weiter rechts.»

Imhof sagt, was er denkt, ist direkt und packt seine Worte nicht in Watte: «Die aktuellen Regierungsräte sind alles kopflastige Typen mit viel politischer Erfahrung – doch schauen Sie, wohin uns das gebracht hat ...» Er dagegen würde ein Problem immer direkt anpacken: «Ein studierter Kopf kann zehn Studien machen, welcher Nagel für eine Wand geeignet ist – und bis er fertig ist, sind die Studien bereits wieder überholt. Ein Handwerker weiss aus praktischer Erfahrung, welcher Nagel passt und macht es einfach.» Das klingt gut. Imhof der Macher, der Unkomplizierte, der Bodenständige. Dachdeckermeister, Informatiker, Immobilienverwalter ist er und auch das Handelsdiplom hat er im Sack.

Er würde Bruderholz schliessen

Doch schwingt in allem, was Imhof sagt, auch immer etwas Ungeschicktes mit. Das nötige politische Kalkül und Taktgefühl scheinen ihm fremd. «Ich kann auch diplomatisch sein», sagt er zwar. Das klingt dann so: «Ich hätte das Bruderholzspital in seiner heutigen Form schon lange abgerissen.» Und dann beisst er die Hand, die ihn eigentlich füttern, beziehungsweise wählen soll: «Die Geburtsabteilung im Spital Laufen ist nicht rentabel. Das geht einfach nicht auf.» Er sei eben kein Hardcore-Laufentaler, habe auch viele Jahre in Reinach und Aesch gelebt. Sollte er mit solchen Aussagen anecken, nimmt er das in Kauf. Zu verlieren hat Imhof ja sowieso nichts. Etwas mehr Erfolg als beim Kegeln ist ihm allerdings zu wünschen.