Gegen den Beschluss der Einwohnerversammlung vom 9. Dezember hat ein überparteiliches Komitee das Referendum angekündigt. Ein Entscheid von solcher politischer Tragweite gehöre unbedingt vors Stimmvolk, sagt Roland Mamie, Präsident des Referendumskomitees. Befürchtet wird mit dem Laufner Ausstieg aus den Sozialdiensten unter anderem eine nachlassende Zusammenarbeit der Laufentaler Gemeinden auf weiteren Sachgebieten.

«Wir bestreiten nicht, dass im SDL Probleme bestehen, die angepackt werden müssen», meint Mamie. Nur sollen diese Unzulänglichkeiten nach Ansicht des Komitees gemeinsam aus der Welt geschafft werden. «Laufen verkörpert über 40 Prozent des SDL. Mit einem Austritt wird das ganze Konstrukt bedroht.»

«Kein Sozialexperiment»

Ausserdem überzeuge das an der Einwohnerversammlung vorgestellte Konzept für den Alleingang nicht und lasse viele Fragen offen. Ob diese «Sozialexperimente» tatsächlich zu den versprochenen Einsparungen führen würden, bezweifelt der Präsident der Orts-FDP. Dem Referendumskomitee gehören neben Mamie auch SDL-Vorstandsmitglied Esther Schindelholz (CVP) und der Präsident der Vormundschaftsbehörde an, Luca Giacobini.

Der dem Austritt aus dem SDL angeblich zugeschriebenen Signalwirkung auf andere gemeinschaftliche Projekte widerspricht die Laufner Stadtpräsidentin Brigitte Bos: «Wir arbeiten mit den Laufentaler Gemeinden auf zahlreichen Ebenen seit Jahrzehnten ideal zusammen. Probleme gab es immer nur beim SDL, und dort ausschliesslich im Bereich der Sozialberatung.» Das Referendum betrachtet sie als legitimes politisches Mittel, bedauert aber, dass gleich im Anschluss an die Einwohnerversammlung mit dem Unterschriftensammeln begonnen wurde. «Ich finde, der Mehrheitsentscheid sollte zuerst eine Nacht überschlafen werden, bevor gleich Unterschriften gesammelt werden», sagt Bos. Die Stadtpräsidentin kritisiert ausserdem den alleinigen Fokus auf den Austritt von Laufen, denn auch andere Gemeinden würden berechtigte Kritik an der Arbeit des SDL äussern. Falls das Referendum angenommen würde, werde selbstverständlich der Auftrag der Stimmbürgerschaft umgesetzt. «Wichtig ist mir nur, wenn ich Mitte 2012 mein Amt abgebe, dass eine für alle praktikable, zukunftsträchtige Lösung geschaffen worden ist.»

Das Referendumskomitee ist zurzeit mit der Sammlung der Unterschriften beschäftigt. Trotz den Festtagen ist Komiteepräsident Roland Mamie optimistisch, die erforderlichen 300 Signaturen bis 9. Januar einreichen zu können.