Sie sind schweizweit bekannt als Wetterfrosch. Sind Sie auch ein Wandervogel?

Thomas Bucheli: Ja, das bin ich tatsächlich.

Wie oft frönen Sie diesem Volkssport?

Mit der Familie wandern wir sehr viel, wir sind oft unterwegs. Das gefällt mir.

Wo wandern Sie am liebsten?

Überall. Wenn wir irgendwo hinfahren, haben wir stets unsere Wanderschuhe und gepackten Rucksäcke dabei. Wandern ist ein Teil unserer Freizeitgestaltung – egal, wo wir sind. Jüngst waren wir in Südfrankreich in den Ferien, dort wanderten wir viel. Im Frühjahr weilte ich mit der Familie in Costa Rica, wo wir ebenfalls häufig zu Fuss unterwegs waren; zu dritt mitten im Dschungel, das war genial. Auch bei uns in der Schweiz schnüren wir öfter die Wanderschuhe. Wenn wir mehr Zeit haben, gerne weiter. Am liebsten ein Wochenende in die Alpen oder in eine andere Region. Manchmal gehts auch nur von zu Hause aus.

Suchen Sie hin und wieder den Kick mit anspruchsvolleren Touren?

Wir lassen uns zwar nicht von steilen Bergwegen abschrecken, aber klettern, das müssen wir nicht haben. Ansonsten sind wir relativ schmerzfrei. In der Regel unternehmen wir mehrstündige Wanderungen, nicht gleich über ein paar Tage hinweg. So was machte ich früher einmal in Schottland, als ich noch jünger war. Aber eine Wandertour über mehrere Tage könnte wieder einmal ein Thema sein.

Wie gut kennen Sie den Baselbieter Jura?

Da bin ich nicht wahnsinnig bewandert. In Rünenberg weilte ich einmal im Militärdienst.

Aber Sie kennen bestimmt die Vorzüge von Baselland als Wandergebiet.

Die Abwechslung ist sehr spannend – mit Talschaften und Hügeln. Diese bieten teils schöne Ausblicke. Auch die Abgeschiedenheit ist reizvoll, schnell ist man zwischen den einzelnen Tälern im Niemandsland. Das mag ich.

Am Nationalen Wandertag in Arboldswil werden Sie am Samstag Teilnehmende auf einer Tour begleiten. Was genau ist Ihre Aufgabe?

Eine Befehlsausgabe habe ich nicht erhalten. Ich wurde gefragt, ob ich gerne mitwandern würde. Und ich habe zugesagt, obwohl ich sonst nicht mit derart grossen Gruppen unterwegs bin. Sicher werde ich übers Wetter erzählen, wenn es hoffentlich etwas bietet. Dann kann ich mit den Leuten darüber reden, deren Fragen beantworten und mich mit ihnen austauschen. Ich will auch stets wissen, wie zufrieden sie mit unseren Prognosen sind. Vielleicht gibt es sonst noch das eine oder andere naturwissenschaftlich Besondere. Rein geologisch hat der Baselbieter Jura einiges zu bieten. Wenn es eine Steigung hochgeht, werde ich meine Reden allerdings kürzer halten. Über meine Wandertour muss ich mich allerdings noch schlaumachen.

Worüber reden Sie sonst noch gerne?

Das hängt vom Gegenüber ab. Wenn ich einen interessanten Gesprächspartner habe, der über sein Gebiet oder seine Erfahrungen zu berichten weiss, dann höre ich gerne zu und bringe mich nach Möglichkeit auch ein. Ich schätze diesen Austausch.

Sie dürften viel auf Ihre Tätigkeit als Meteorologe bei SRF angesprochen werden. Ist das Segen oder Fluch?

Das ist mein Job, und diesen übe ich nach all den Jahren immer noch mit grosser Leidenschaft aus. Ich freue mich, wenn ich angesprochen werde. Es liegt auf der Hand: Das Wetter ist ein Thema, mit dem sich die Menschen immer wieder in einer Form beschäftigen. Ich stehe gerne mit dem Publikum in Kontakt. An diesem Wandertag, so stelle ich mir vor, dürfte angeregt diskutiert werden.

Der hitzig-trockene Sommer war in aller Munde. Wird übers Wetter besonders viel geredet, wenn es sich um Extreme handelt?

Ja, denn Wetterextreme bieten sehr viel. Immer wieder kommt da auch die ganze Diskussion zum Klimawandel dazu. Fragen wie: Weshalb passiert das? In welchem Zusammenhang muss man das sehen? Spezielles Wetter oder besondere Wetterphänomene, die irgendwo herrschen, sind ebenfalls stetig ein Thema.