Egal wer ihn anruft, Norbert Bloch aus Laufen nimmt den Hörer immer mit den gleichen Worten ab. «Hier ist der Nobby», antwortet der 75-jährige selbst Leuten, mit denen er noch niemals Kontakt hatte. Es ist sein Übername, der zu einem Synonym für Heiterkeit geworden ist.

Zumindest zwischen Aesch und Laufen ist das keine Übertreibung. In den letzten vier Jahrzehnten bescherte Nobby dort vielen Menschen unvergessliche Momente. Als Wirt, als Sänger, als Tänzer, als Entertainer, als Fasnächtler, als Organisationstalent und als Vereinspräsident. Der zweifache Vater und Ehemann hatte ein randvolles Leben.

Noch immer ist er glücklich mit der Frau zusammen, die er mit 22 Jahren heiratete. «Dorli hat mir stets den Rücken freigehalten, sonst hätte ich niemals so viele Dinge tun können», sagt er über seine Frau. Gemeinsam mit ihr übernahm er im Jahr 1974 das Bahnhofbuffet in Laufen, seine erfolgreichste Station als Beizer. Im Laufental und im Schwarzbubenland sind die Abende in seinem Restaurant bis heute legendär. Das lag nicht am währschaften Essen, das serviert wurde, sondern an Nobby. «Ich war der singende Wirt, der einmal im Monat bekannte Lieder zum Besten gab und die Gäste unterhielt», erklärt er. Im Lokal konnte er die Faszination für deutschen Schlager und für Frank Sinatra ausleben, denen er in jungen Jahren verfallen war.

Er spielte mit Karli Odermatt

Das Talent fürs Singen stellten schon die Lehrer in der Schule in Aesch fest, wo er aufgewachsen ist. Als Jugendlicher wurde er zu einem gefragten Solosänger und zum Trommler im Musikverein. Später spielte er Schlagzeug und sang in mehreren Formationen. Bis heute intonierte Nobby bei traurigen und bei freudigen Anlässen das «Ave Maria» rund 300 Mal in der Kirche.

Daneben liebte er den Fussball und wäre beinahe Profi geworden. Ein sechsfacher Unterschenkelbruch ruinierte jedoch seine Pläne. Sein Übername ist ein Andenken an diese aufregende Zeit. Als er während einigen Monaten beim FC Basel trainieren durfte, nannte ihn der damalige Mitspieler Karli Odermatt immer Nobby. «In Anlehnung an den englischen Nationalspieler Nobby Stiles, der mit England Weltmeister wurde.» Mit der Fussballerkarriere hat es nicht geklappt, der Name ist geblieben.

Als Vorstandsmitglied des FC Laufen kehrte er später zum runden Leder zurück. Die Auftritte des Clubs in der Nationalliga B gehörten zu den Höhepunkten im sportlichen Geschehen des Städtchens an der Birs. Der Verein spielte von 1982 bis 1986 während vier Saisons in der zweithöchsten Stärkeklasse. Damals war Nobby Vizepräsident, in den Neunzigerjahren dann Präsident.

Ein-Mann-OK Nobby

Er habe seine Träume nicht aufgegeben, sondern sie auf andere Art und Weise ausgelebt, sagt Nobby. «Ich habe jung geheiratet und wurde früh Vater. Da hiess es Verantwortung übernehmen.» Nach einigen Jahren in einem Bürojob sei ihm die Decke auf den Kopf gefallen. Danach habe er sich für den Wirteberuf entschieden, da er so den Menschen eine Freude bereiten konnte, erklärt er. «Ausserdem konnte ich immer spüren, wo den Leuten in der Region der Schuh drückt.» Das ist noch immer so, auch wenn er schon seit mehr als zehn Jahren nicht mehr als Beizer arbeitet. Er müsse leider feststellen, dass heute viele Senioren vereinsamen und verbittert werden, schlägt der lebensfrohe Nobby ein paar nachdenkliche Töne an. «Bei mir ist das aber zum Glück nicht der Fall.» In seinem Leben konnte er viele Freundschaften und noch weit mehr Bekanntschaften schliessen.

Im Kreis seiner Freunde

Viele der Weggefährten werden heute Abend in der frisch renovierten Löhrenackerhalle in Aesch sein. Seit der Pensionierung organisiert Nobby in regelmässigem Abstand Gala-Shows, bei denen er selbst moderiert und singt. Zudem wird ein Nachtessen serviert und es treten befreundete Künstler auf. Nach der letzten Veranstaltung wollte er eigentlich aufhören. Als er im Februar von Willy Surbeck mit einem Artikel gewürdigt wurde, hagelte es jedoch Reaktionen. «Viele Menschen baten mich, noch einmal Mal eine Riesenkiste durchzuführen.» In den vergangenen Monaten organisierte Nobby in Eigenregie eine letzte Gala in seiner alten Heimat. Auch sämtliche Sponsoren, bei denen er – ganz alte Schule – persönlich vorbeiging, trommelte er selber zusammen.

Wirklich das Ende?

Danach soll Schluss sein mit der grossen Bühne. «Es wird aber sicher nicht das letzte Mal sein, dass man von mir hört», erklärt Nobby. Die Entertainment-Legende hat noch lange nicht genug.

Für Kurzentschlossene gibt es noch einige Tickets. Interessierte melden sich bei Nobby unter 0793107681.