Renato Belintani sitzt an seinem Holztischchen, ein Glas Cola in der Hand. Ihm ist offensichtlich nicht ganz wohl, dass er in die Zeitung kommt. «Einfach nicht übertreiben», sagt er gleich mehrmals. Er habe sich für die Schrebergarten-Serie angemeldet, weil immer wieder Passanten zu ihm gesagt hätten, sein Garten sei wunderbar. «Ihr müsst also eigentlich gar nichts über mich schreiben», sagt der Basler. «Es geht ja auch nicht um mich, sondern um den Garten.» Dann fällt es wieder: «Und einfach nicht übertreiben.»

Die Passanten haben nicht übertrieben, als sie Belintanis Garten lobten. Der rund 160 Quadratmeter grosse Flecken im Familiengartenverein im Langen Loh in Allschwil grenzt an die Strasse. Wenn Städter daran vorbei laufen, sehen sie alles, was sie sich wünschen, wenn sie im Sommer in ihrer stickigen Wohnung hocken: ein Stein-Cheminée, einen Sitzplatz mit Pergola, dazu satter, grüner Rasen, der geradezu befiehlt, dass man auf ihm einen Liegestuhl aufstellt.

Vor allem der hintere Teil des Gartens sticht heraus. Derjenige mit den Beeten samt Bienenhotel, Brunnen und Mini-Teich. Wo immer möglich, hat sich Belintani aus der strengen Geometrie befreit, die Schrebergärten normalerweise charakterisieren. In seinen Beeten hat es fast keine rechten Winkel. Ein Weglein ist geknickt – das andere führt im Kreis.

Tomaten und anderes Futter

Den Garten pachtete Belintani vor 16 Jahren. «Eigentlich war ich damals ja noch zu jung für so was», merkt der 59-jährige Monteur mit italienischen Wurzeln an. So als wolle er sich entschuldigen. «Wir zogen damals aus einer Wohnung mit riesiger Terrasse aus, die neue Wohnung hatte nur einen kleinen Balkon. Wir mussten ja irgendwo hin mit den Pflanzen, Kübeln und all dem Zeugs.» Das Paar teilt sich die Arbeit auf. «Meine Frau ist für die Blumenpracht zuständig», sagt der FC-Basel-Fan mit Saisonkarte. «Und ich fürs Handwerkliche, den Grill und das Futter.» Futter hats allerhand, etwa Tomaten, Zucchetti und Pfefferminz.

Er, der Maler gelernt hat, legt häufig selber Hand an. Die Pergola etwa hat er selber gebaut, oder einen Blumenkasten als schmucke Verschalung der Regentonne.

Es sind Details wie diese, welche die Zaungäste dazu bewegen, stehen zu bleiben und dem Pächter zuzurufen, wie schön sein Garten sei. Belintani lächelt dann wohl peinlich berührt und denkt sich: «Ja ja, nur nicht übertreiben.»