Der Streit um die Uni-Subventionen hat mitten im Wahlkampf hohe Wellen geworfen. Doch auch abseits der politischen Schaukämpfe sorgt der Streit weiterhin für Irritationen. Die Fachleute der Universität und der Bildungsdepartemente beider Basel werfen dem Bund vor, er verstünde die Sache nicht. Die Experten der Bundesverwaltung widersprechen vehement. Ihrer Ansicht nach befinden sich beide Basel im Unrecht.

In der Bundesverwaltung ist Mauro Dell’Ambrogio, Staatssekretär für Bildung und Forschung, für das Geschäft verantwortlich. «Ich möchte nicht noch mehr Öl ins Feuer giessen», sagt er. Mit dieser Begründung lehnt er ein Interview mit der bz ab, obwohl er dieses zuvor zugesichert hat. Joakim Rüegger, Leiter Hochschulen des Basler Erziehungsdepartements, zeigt dafür Verständnis mit ironischem Unterton: «Von den sachlichen Argumenten her möchte ich nicht auf der Seite des Bunds stehen.»

Die Uni wolle doppelt kassieren

Dies lässt Dell’Ambrogio nicht gelten. Er sei von seinen Argumenten felsenfest überzeugt. Da diese aber schon geäussert wurden, möchte er sie nicht mehr wiederholen. Deshalb schickt er der bz das Wortprotokoll der Ständeratssitzung vom 13. September. Er teile die Aussagen, die der Bündner Ständerat Theo Maissen (CVP) als Präsident der Bildungskommission gemacht hat.

Mit gelbem Leuchtstift hat der Staatssekretär einen Satz angestrichen, der sich darauf bezieht, dass beide Basel ihre Buchhaltung zwischen 2006 und 2007 umgestellt haben: «Es ist eine Tatsache, dass sie mit dieser Operation vor Kurzem einen in der Bilanz ausgewiesenen Gewinn erzielt haben.» Damit wirft er beiden Basel vor, doppelt kassieren zu wollen. Rüegger widerspricht: «Wie sollen die Kantone je einen Gewinn gemacht haben, wenn der Bund das fehlende Jahr nie ausbezahlt hat? Er ist ja seit Anfang des Subventionsjahrs ein Jahr hinterher.»

Ueli Vischer, Präsident des Basler Universitätsrats, hat die Hoffnung aber aufgegeben: «Die Sache ist entschieden.» Optimistischer gibt sich Erziehungsdirektor Christoph Eymann. Er erwägt eine Klage gegen den Bund. Um das weitere Vorgehen zu besprechen, hat er für Ende Oktober ein Treffen mit anderen Universitätskantonen organisiert. Nur in diesem Punkt gibt Dell’Ambrogio Vischer recht: Die beiden Basel hätten keine Chance, etwas zu ändern.