Eltern, Omas und Opas, Tanten und Cousinen, Freunde und Bekannte haben mit viel Liebe die originellen Outfits (pardon: Verkleidungen) sowie lustige Requisiten genäht und gebastelt. Und sie reüssierten alle, die Waggisse, die jungen-alten Dante, Glöönli, Schmetterlinge und Fantasiefiguren wie Pu der Bär oder Batman.

Glezi reimt sich auch auf Spezi

Die Traditions-Clique Spezi hat für die auch wettermässig wunder-heerligen drey Dääg das Sujet «Fasnacht, sälber gmacht» auserkoren. Und das wiederum lockte sowohl die elektronischen Medien wie auch das Lokalradio in den Hof des Schulhauses zur Mücke.

Dort pinselten gestern Dienstag Nachfolger von renommierten Laternenmalern Helgen mit typisch baslerischen Motiven. Für die Spezi-Frau Vanessa und den Obmaa David Haas bedeutete der künstlerische Anlass einen Höhepunkt im Cliquenleben.

Und wer weiss, vielleicht entwickeln sich aus den Amateuren, die einen ganzen Wagen mit Unikaten ureigenster Art als Ergänzung zur Laterne fertigten, wahre Malgenies. «Bisch an dr Fasnacht aktiv derby, erläbsch Zauber, Kunscht und Poesie», lautet das Fazit der Spezi mit den vielen aktiven (übrigens liebevoll so genannten) Glezi.

Merkwürdig war am Chinder-Zyschdig einzig und allein die Preisgestaltung für Würste. Am Aeschenplatz kostete der Chlöpfer einen Fünfliber, am Bankverein wars ein Halbfränkler mehr und auf dem Rümelinsplatz nahmen die Bratenden 100 Centimes plus in die Kasse – wahrscheinlich wegen des längeren Zulieferweges. Jedoch hatten die Familienclans vorgesorgt und Stullen sowie Tranksame mitgenommen. Denn: Konfetti und Bonbons oder Stofftierchen haben eben auch ihren Preis.

Nostalgie vom Feinsten

In einem nuggischen BVB-Mini-Drämmli winkten Raul, Liam, Rahel, Annika und Ronja den Passanten zu und freuten sich über den Applaus. Das CasteloduFlüh (aus dem Schwarzbubenland) mit den Geschwistern Annuk und Micha sorgte für Furore und stellte gleichzeitig eine Fusion von Stadt und Land (gemeint ist allerdings nicht das Baselbiet) her. Die Mini-Clique Käschperli mit den dominierenden Reto und Domä sowie dem Grüpplichef Reto Ringli, vulgo digge Schryner us Münggestei, erwies sich auch in ihrem elften Jahr als Spitzenformation.

Während die Jüngsten nach einigen Stunden im geordneten Chaos in der Innerstadt selig auf den Armen ihrer Mütter oder Väter dösten, haben die Zahnlugge-Waggis mit Reto Hufschmid als Dätschmeister sowohl Beisserchen-Pasta wie auch zuckerfreie Dääfeli verteilt. Den Höhepunkt stellte an diesem einmaligen Zyschdig für Jung und Alt jedoch das swingende Konzert derJeisi-Migger-Gugge (gegründet 1926), mit sämtlichen professionellen Mannsbildern in Tütüs, vor der Buchhandlung Bider und Tanner beim Bankenplatz dar.