Der Erlenhof ist eine Gross-Institution. Insgesamt 26 Gebäude nutzt die soziale Einrichtung auf einem Gelände zwischen Reinach und Therwil. Es erstreckt sich über 30 Hektar.

Bisher war das Zentrum lediglich Mieter der Liegenschaften, in denen unter anderem das Jugendwohnheim und Werkstätten untergebracht sind. Nun aber haben sämtliche Gebäude und Grundstücke die Besitzerin gewechselt. Sie gehören neu dem Erlenhof – präziser gesagt: der Stiftung Erlenhof mit Sitz in Basel. Das geht aus Dokumenten der Stiftungsaufsicht beider Basel (BSABB) hervor. Der Eigentümerwechsel erfolgte rückwirkend per 1. Januar 2017. Abgeschlossen wurden die Verträge im November 2017.

Veräusserin ist eine andere Stiftung aus Basel, die Stiftung Focus. Bekannter als sie sind drei andere soziale Einrichtungen, die mit ihr verbunden sind: die Stiftung LBB, die Einrichtung «AHBasel» und Wohnwerk. Genau genommen handelt es sich beim Eigentümerwechsel um eine Rücküberschreibung. Denn die Besitzverhältnisse sind verworren. Die Liegenschaften gehörten schon einmal der Stiftung Erlenhof. Sie und Fokus gingen beide aus demselben Verein hervor, jenem für Jugendfürsorge in Basel. Er wurde 2010 aufgelöst.

Weil es sich um eine Rücküberschreibung handelt, ist der in den Verträgen aufgeführte Wert der Liegenschaften als Buchpreis zu betrachten. Die neun Millionen Franken entsprechen also nicht dem Marktpreis.

Bauprojekt gab den Ausschlag

Pascal Brenner, Geschäftsführer des Erlenhofs, sagt auf Anfrage, es sei schon seit längerem vorgesehen gewesen, die Eigentumsverhältnisse zu bereinigen. «Die bisherige Struktur ist historisch gewachsen, machte aber immer weniger Sinn», sagt Brenner. «Das Ziel war, dass wieder alles in einer Hand ist, die Liegenschaften also dem Dienstleister gehören, der in ihnen tätig ist, also der Stiftung Erlenhof. Dadurch können wir auch einfacher die dringend notwendigen Investitionen an den Gebäuden vornehmen.»

Dass der Handwechsel jetzt vollzogen worden ist, dafür gab auch ein Bauprojekt den Ausschlag. «Wir planen neue Werkstätten. Es erleichtert die administrative Abwicklung des Neubauprojekts, wenn wir nicht nur Bauherr und künftige Nutzer, sondern auch Eigentümer der Liegenschaften sind», sagt Brenner.

Die Bewohnerinnen und Bewohner des Erlenhofs sind straffällig geworden oder befinden sich anderweitig in einer schwierigen Lebensphase. Auf dem Areal existieren sechs Ausbildungsstätten, die jungen Menschen einen Einstieg in die Berufswelt bieten.

Der Erlenhof wurde 1929 von einem Mitarbeiter der Vormundschaftsbehörde Basel-Stadt gegründet. Ursprünglich war das Jugendwohnheim nur jungen Männern vorbehalten. Seit 2015 kommen in den sechs Wohngruppen aber auch Frauen unter.