Das Landrats-Präsidium von Daniela Gaugler steht unter einem schlechten Stern. Ihr Jahr als höchste Baselbieterin hat noch nicht angefangen, offiziell tritt sie ihr Amt erst am 4. September an. Doch bereits vor zwei Wochen enthüllte die bz, dass die SVP-Politikerin in einer ihr gehörenden Liegenschaft im Lausner Gewerbegebiet Wohnraum anbietet, was nicht zonenkonform wäre.

Gaugler rechtfertigt dies damit, dass der Beherbergungsbetrieb ein Bed-and-Breakfast sei. bz-Recherchen zeigten jedoch, dass langjährige Mietverhältnisse ohne hotelähnliche Dienstleistungen vorliegen. Das kantonale Bauinspektorat klärt derzeit ab, ob Gaugler die zonenrechtlichen Bestimmungen zu weit zu ihren Gunsten interpretiert hat.

Und jetzt droht Gaugler weiteres Ungemach. Sie und ihr Mann Christoph Gaugler sehen sich nämlich mit Betreibungen von insgesamt 173 000 Franken konfrontiert. Das berichtete die «Basler Zeitung» in ihrer Ausgabe vom Samstag. Hintergrund ist ein Familienstreit um ein Chalet in Bettmeralp (Wallis). Daniela Gaugler und ihr Mann belegen das oberste Stockwerk. Die beiden anderen verwendeten Christoph Gauglers Brüder Matthias und Florian Gaugler.

Diese werfen dem Ehepaar jetzt vor, sich schriftlich zur Mit-Sanierung des Chalets verpflichtet zu haben, Zahlungen von 450 000 Franken an die Handwerker aber nur teilweise getätigt zu haben. Um einen Baustopp zu verhindern, zahlten die beiden Brüder die offenen Rechnungen in der Höhe von 173 000 Franken.

Gerümpel im Treppenhaus

Was danach kam, klingt nach einem Familienkrach erster Güte. So erwähnen die Brüder in der «BaZ» Skier und Gerümpel, die Daniela und Christoph Gaugler ins Treppenhaus gestellt hätten, «um uns die Ferien zu verderben». Florian Gaugler hat seinen Anteil am vom Vater geerbten Chalet inzwischen verkauft.

Die Ereignisse liegen einige Jahre zurück. Doch erst jetzt haben die beiden Brüder beschlossen, ihren Geldforderungen mit Betreibungen Nachdruck zu verleihen. Daniela und Christoph Gaugler haben gegen die Betreibung vorerst Rechtsvorschlag erhoben. Am 12. September werden sie, unabhängig voneinander, vor dem Lausner Friedensrichter vorsprechen müssen.

Die Gläubiger-Brüder gehen laut «BaZ» davon aus, dass man sich dann nicht einigen werde. Sie stellen deshalb bereits in Aussicht, die Angelegenheit weiterzuziehen, um ihre Geldforderung durchzusetzen. Es ist also gut möglich, dass sich die höchste Baselbieterin während ihrer Amtszeit vor den Richtern des Zivilgerichts wird rechtfertigen müssen. Gegenüber der «BaZ» wollte sie keine Stellung nehmen zu dieser Sache, die sie als «Erbstreitigkeit meines Mannes» und «Privatangelegenheit» sieht.