Es ist für Gelterkinden eine Jahrzehnt-Abstimmung, die am 25. September ansteht: Aufgrund des ergriffenen Referendums müssen die Stimmbürger an der Urne darüber befinden, ob sie den 18 Millionen Franken teuren Hallenbad-Neubau wollen. Am Mittwochabend eröffneten nun die Befürworter den Abstimmungskampf und das nicht verbissen, sondern mit einer wohltuenden Prise Humor.

Und dies, obwohl sie sich trotz des überaus deutlichen Resultats an der Gemeindeversammlung vom Juni für das Hallenbad ihrer Sache alles andere als sicher sind. Denn wiederholt war an der von rund 80 Sympathisanten besuchten Auftaktveranstaltung, darunter auch Gemeindepräsidentin Christine Mangold, zu hören: «Die Abstimmung ist kein Selbstläufer.»

Inhaltlich verwiesen der Vorsitzende der Interessengruppe Pro Hallenbad, Daniel Laube, und der Vertreter der Schwimmvereine, Daniel Brand, vor allem auf die grosse Bedeutung des Hallenbads für die Schwimmausbildung der Oberbaselbieter Jugend. Tausende hätten hier schwimmen gelernt. Der Schwimmclub habe seit der sicherheitsbedingten Schliessung des alten Hallenbads im Jahr 2011 die Hälfte seiner 250 Mitglieder verloren, darunter fast alle Jugendlichen, fügte Brand bei.

Mehr Einnahmen zu erwarten

Finanziell machte Laube ein Fragezeichen hinter das prognostizierte, «sehr konservativ gerechnete» Betriebsdefizit von 950'000 Franken pro Jahr. Die Erträge seien mit nur 34 Prozent des Aufwands veranschlagt, während dieser Wert bei den vergleichbaren Hallenbädern in Muttenz und Frick 66 respektive 64 Prozent betrage. Weder sei bei den Gelterkinder Hochrechnungen der Spielraum bei den Eintrittspreisen ausgereizt noch seien die zu erwartenden Mehreintritte des neuen, attraktiven Bads angemessen berücksichtigt worden. Und Laube, der einst selbst an vorderster Front bei der jugendlichen Schwimmausbildung stand, bilanzierte in Anbetracht der Bedeutung des Hallenbads für sein Dorf: «Gelterkinden kann es sich nicht leisten, sich das Hallenbad nicht zu leisten.»

Den Humor gabs dann zum Dessert: «Pro Hallenbad» enthüllte in der neuen Begegnungszone ein eigens für die Abstimmung gestaltetes Schaufenster mit einem Schwimmer im Zentrum, der die Ja-Parole fürs Hallenbad stemmt. In diesem Stil soll es auch weitergehen. «Pro Hallenbad»-Vertreterin Karin Viscardi machte neugierig: «Ab nächstem Montag wird sich etwas verändern im Dorf. Halten Sie die Augen offen.»