Vor zwei Wochen fasste die Baselbieter Regierung einen Beschluss, der die Allschwiler eigentlich hätte freuen sollen. Die Sanierung der Baslerstrasse, ein langjähriger Wunsch in der grössten Baselbieter Gemeinde, soll nämlich schon 2018 beginnen. Bis anhin war die Rede von 2019 oder gar von 2021 gewesen. Die Vorverschiebung kam nicht ganz uneigennützig. Denn damit vermeidet der Kanton, die altersschwachen Tramschienen schon jetzt zu ersetzen und im Rahmen der späteren Strassensanierung nochmals rausreissen zu müssen (bz berichtete). Die Einsparung beträgt drei Millionen Franken.

Nur: Mit der Vorverschiebung brockt der Kanton der Gemeinde ein Problem ein. Denn die Regierung koordinierte die Bekanntgabe ihres Meinungswechsel nicht mit den Plänen Allschwils, den Hegenheimermattweg auszubauen. «Die Information wurde am selben Morgen kurz vor der Veröffentlichung der Mitteilung in einem kurzen Telefonat der Allschwiler Verwaltung mitgeteilt», schreibt der Gemeinderat.

Vorher hatte Liestal trotz jahrelanger Bitte Allschwils am späteren Bautermin festgehalten. Deswegen trieb die Gemeinde ihre Planung am Hegenheimermattweg voran. Dort sollen die Bagger 2018 auffahren – also gleichzeitig wie an der Baslerstrasse. Bei beiden Projekten ist mit einer Bauzeit von über zwei Jahren zu rechnen.

2022 wäre zu spät

Eines ist allen Beteiligten klar: An diesen viel befahrenen Strassen gleichzeitig zu bauen, geht nicht. Die eine Strasse soll während den Bauarbeiten nämlich der jeweils anderen als Ausweichroute dienen. «Wir müssen schauen, dass wir aneinander vorbeikommen», sagt Dieter Leutwyler, Sprecher der Bau- und Umweltschutzdirektion. Das Projekt Allschwils sei noch nicht definitiv beschlossen (der Baukredit muss noch vom Einwohnerrat genehmigt werden). Man habe sich im Januar mit der Gemeinde darauf geeinigt, die Baustarts zu koordinieren, sobald es so weit sei.

Davon weiss man in Allschwil nichts. «Der Kanton bringt unsere Termine durcheinander», sagt der Allschwiler Tiefbauchef Andres Linder. «Wir brauchen Planungssicherheit.» Eine Verschiebung des Hegenheimermattweg-Umbaus um zwei bis drei Jahre erachtet er als nicht unproblematisch. In den kommenden Jahren sind im Bachgraben rund 6000 neue Arbeitsplätze geplant. Dabei gibt es dort heute schon täglich Stau. Unter anderem leiden die Busfahrgäste darunter.

«Wenn die Entwicklung im betroffenen Gebiet so weiter geht wie bisher, kommt ein Umbau des Hegenheimermattwegs im Jahre 2022 zu spät», sagt Linder. Dann kämen wohl auch Zusatzkosten auf die Gemeinde zu. Zeitlich befristete Bundessubventionen für den Lärmschutz könnten nämlich wegfallen. «Und die Ampel an der Kreuzung Grabenring-Hegenheimermattweg hält sicher nicht bis 2021», sagt Linder. Man müsste sie vorher ersetzen – und beim Bau des dort vorgesehenen Kreisels bald wieder entsorgen.

Für Leutwyler ist zwar klar, dass Gemeinde und Kanton miteinander reden müssen. Er macht aber auch deutlich, dass der Kanton für die Baslerstrasse am Baubeginn 2018 festhalten will. Er erinnert an die eingesparten drei Millionen Franken und sagt: «Die Regierung will eben nicht aufschieben.»

Ein Lösungsansatz könnte ein Brief sein, den der Gemeinderat vermutlich am kommenden Mittwoch verabschieden und nach Liestal schicken wird. Darin fordert er, dass zuerst wenigstens das engste Nadelöhr aufgehoben wird, nämlich mit dem Bau des Kreisels am Grabenring. Erst danach solle der Kanton die Baslerstrasse in Angriff nehmen und zum Schluss die Gemeinde den Hegenheimermattweg.