Jetzt ist es definitiv: Bis Ende September müssen die übrig gebliebenen Bewohner des Löwen-Hochhauses im Zentrum von Therwil ausgezogen sein. Das teilt die Gemeinde mit. Grund ist, dass das Gebäude durch einen Neubau ersetzt wird (siehe Visualisierung).

Der «Leuen» diente jahrzehntelang als Asylwohnheim. Flüchtlinge habe man aber schon länger nicht mehr dort untergebracht, sagt der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf. Die letzten seien Mitte Jahr umplatziert worden. «Genutzt wird die Liegenschaft derzeit nur noch fürs Bereitstellen von Notwohnungen.»

Der «Leuen» wurde in Therwil zum Politikum. Dies, weil die Gemeinde den Komplex zwar verkaufen wollte, jedoch keinen Ersatz für die rund 100 wegfallenden Betten für Asylsuchende finden konnte.

Noch immer fehlen Betten

Besiegelt wurde das Schicksal des Gebäudes bereits im vergangenen Jahr. Die Gemeindeversammlung vom Juni 2016 beschloss, dass die Parzelle verkauft werden soll. Auch danach konnte die Gemeinde keinen zentralen Ersatzstandort für die Asylwohnplätze finden. Deshalb senkte der Kanton vorübergehend Therwils Aufnahmequote.

Laut Wolf hat die Gemeinde mittlerweile zwar neuen Wohnraum schaffen können, unter anderem in einem ehemaligen Polizeiposten. Die frühere Kapazität mit «Löwen» werde aber noch deutlich verfehlt.

Das neue Hochhaus an der Bahnhofstrasse 1 wird drei Stockwerke höher als der bisherige Bau aus den 1960er-Jahren. Die Gemeinde rechnet damit, dass die Baubewilligung im Februar erteilt werden kann. Danach soll nahtlos mit den Abbrucharbeiten begonnen werden. Geplant sind Mietwohnungen im mittleren Preissegment und Gewerbeflächen.