Wir schreiben das Jahr 1998. Der Kanton Solothurn will das Läufelfingerli abschaffen. Baselland votiert dagegen, eine Einigung kommt zustande. Der Betrieb der S9 ist gesichert.

Im Jahr 2000 dann noch weitere Good News für das Läufelfingerli: Die Passagierzahlen sind gestiegen. Von 750 täglichen Benutzern in der Fahrplanperiode 1995/96 auf rund 1000 in der Periode 1999/2000. Wonach gleich auch der Ruf nach neuen Haltestellen lauter wurde.

2005 kam dann der nächste Angriff auf das Läufelfingerli. Diesmal von Baselbieter Seite. Die landrätliche Bau- und Planungskommission wollte die zu diesem Zeitpunkt mit einem Kostendeckungsgrad von 19 Prozent verkehrende Bahn einstellen. Der Landrat war dagegen.

Tiefer Kostendeckungsgrad

Heute fahren laut dem Regierungsratsbericht zum 8. Generellen Leistungsauftrag im Bereich des öffentlichen Verkehrs für die Jahre 2018 – 2021 im Durchschnitt 20 Fahrgäste. Der Kostendeckungsgrad liegt seit vier Jahren bei 20 Prozent. Zu wenige, um das Läufelfingerli auf diese Art weiterzuführen, meint der Baselbieter Regierungsrat.

Und auch die Bau- und Planungskommission ist dieser Meinung. Das Läufelfingerli gehört abgeschafft und durch Busse ersetzt, so die Idee. Sparpotenzial: 840'000 Franken ab 2020. An der Landratssitzung vom 16. oder 23. März soll das Geschäft behandelt werden.

Am meisten von der Abschaffung des Läufelfingerlis würde Läufelfingen selbst betroffen sein. Dort steigen laut den offiziellen SBB-Zahlen an einem normalen Werktag 520 Passagiere ein und aus. In Buckten sind es 160, mit 150 sind es in Rümlingen noch etwas weniger. In Sommerau dürften deutlich weniger als 50 Passagiere ein- und aussteigen. In Diepflingen zählt die Bundesbahn 150 Passagiere täglich. Genauere Fahrgastzahlen geben die SBB laut ihrem Sprecher Christian Ginsig keine bekannt.

«Die Läufelfingerlinie wird als Ausweichroute bei Störungsfällen weiterhin genutzt», sagt er über die Zukunft der Route bei einem Wegfall der S9. Deshalb werde auch in Zukunft der Unterhalt der Bahninfrastruktur durchgeführt.

Falls die S9 ab 2020 nicht mehr in Betrieb ist, sei eine dauerhafte Nutzung der Strecke als Güterzugslinie aktuell nicht geplant, wie Ginsig weiter sagt. «Die Läufelfingerlinie wird aber im Störungsfall oder bei geplanten Bauintervallen auch in Zukunft durch Güterzüge befahren werden.»