Nachdem er es bei der ersten Prämierung des Baselbieter Staatsweins im letzten Jahr nicht unter die Nominierten schaffte, hatte er nur ein kleine Hoffnung, dass es dieses Mal klappt. Umso grösser war die Freude bei Simon Buser, als er erfuhr, dass sein fruchtig-leichter Blauburgunder bei der zweiten Ausgabe am nächsten Dienstag auf Schloss Ebenrain im Rennen ist.

Der 34-Jährige kultiviert im Grien oberhalb von Thürnen auf dem elterlichen Hof seit rund zehn Jahren die beiden Rebsorten Blauburgunder und Kerner. «In einem normalen Jahr produzieren wir etwa 3500 Flaschen Wein, die man in einem Thürner Weingeschäft, in der Dorfbäckerei, in einigen Restaurants und bei uns im Hoflädeli kaufen kann», erklärt er. Wie überall im Baselbiet handelt es sich beim aktuellen jedoch nicht um ein normales Jahr. Die Ausfälle aufgrund der Frostnächte im Frühling seien enorm, bedauert Buser. «Unsere Ernte ist voraussichtlich um fast 90 Prozent kleiner als im vergangenen Jahr», sagt er. Bei den Kirschbäumen, welche er ebenfalls bewirtschaftet, sind die Einbussen noch grösser.

Hühner und Weihnachtsbäume

Nichtsdestotrotz blickt Buser den kommenden Monaten nicht völlig negativ entgegen. «Glücklicherweise haben wir noch weitere Standbeine», erklärt er beim Rundgang über den Betrieb, den er spätestens in drei Jahren übernehmen wird. Dabei handelt es sich um eine Mutterkuhhaltung, eine grosse Hühneraufzucht sowie um den Verkauf von Weihnachtsbäumen.

Jeweils im Spätherbst suchen sich zahlreiche Oberbaselbieterinnen und Oberbaselbieter auf dem Hof ihren Baum aus. Kurz vor Weihnachten bringt ihn Buser dann zu den Käufern nach Hause. Knapp 500 Bäume gelangen auf diese Weise in die warmen Stuben. Dank diesen Einnahmequellen wird er seine Kosten decken können. Mehr liegt nicht drin. Lakonisch meint er: «In diesem Jahr resultiert leider kein Gewinn.»

Auch wenn Buser in der Kategorie Pinot Noir nominiert ist, stellt er derzeit eine höhere Nachfrage nach Weissweinen fest. «Weissweine sind beliebt bei Apéros», sagt er. Zudem stünden im Raum Basel schwere französische Rotweine höher in der Gunst der Weintrinker als leichtere einheimische Tropfen.