Wer viel Kaffee trinkt, kennt das Problem: Wohin nur mit den Dutzenden, Hunderten, Tausenden von Kapseln, die sich in einem Kaffeetrinkerhaushalt so anhäufen? Zwar gibt es schweizweit über 2600 Sammelstellen – doch in der eigenen Region fehlt eine solche vielleicht gerade.

Darum spannt Nespresso jetzt mit der Post zusammen und hat einen Abholservice entwickelt. Das funktioniert so: Bei der Bestellung von Kaffeekapseln per Telefon oder übers Internet fordert der Kunde eine Recyclingtasche an. Bei seiner nächsten Bestellung informiert der Kunde Nespresso, dass die Tasche voll ist. Daraufhin wird ihm per SMS mitgeteilt, wann er diese in seinem Milchkasten deponieren muss. Der Postbote, der die neue Lieferung bringt, holt die Kapseln dort dann ab. Für diese Dienstleistung wird dem Kunden ein Beitrag von einem Franken verrechnet.

Rund 2000 Regionale machen mit

Das Projekt unter dem Namen «Recycling zu Hause» sei gut angelaufen, sagt Pascal Hottinger, Direktor Nespresso Schweiz. «Wir haben bisher in den Kantonen Baselland und Basel-Stadt schon mehr als 2000 Recycling-Säcke an die Haushalte versendet.» Diese Zahl entspreche in etwa der Anzahl Kunden, die das Projekt bisher benutzen. Noch nicht erfasst ist, wie viele Kapseln bereits den Weg zurück gefunden haben. Da meist mehrere Monate zwischen zwei Bestellungen vergehen, sei es noch zu früh für eine Auswertung. Hottinger erwartet in den nächsten ein bis zwei Monaten aber einen «deutlichen Anstieg der Rücklaufquote».

Baselland und Basel-Stadt wurden – zusammen mit Zürich – als Pilotkantone für das Projekt ausgesucht, weil das Netz der Sammelstellen weniger dicht ist als in anderen Kantonen. «Gerade hier war es uns deshalb ein Anliegen, das Recycling der Kapseln möglichst einfach zu gestalten», betont Hottinger. Seit Anfang September holt nun auch im Wallis der Postmann die Kaffeekapseln ab. Klappt alles, sollen bald weitere Kantone dazu kommen.

Intensiviert werden soll auch die Information. Bisher wurde der neue Abholservice nur in den ersten Testregionen Zürich und Basel-Stadt
aktiv kommuniziert. Ab Oktober werden laut Nespresso alle Kunden in den Pilotkantonen per Mail auf das Projekt hingewiesen. Geplant ist zudem, den Bestell- und Abholvorgang weiter zu vereinfachen. Die Logistik muss je nach Region speziell aufgebaut werden, Probleme habe es bisher aber «erstaunlich wenig» gegeben, stellt Hottinger fest. Und er lobt: «Die Zusammenarbeit mit der Post ist ausgezeichnet.»